München – Das ging schnell am Dienstag. Zunächst die Meldung aus Wolfsburg: „Pavel Gross verlässt die Grizzlys zum Saisonende.“ Der Gedanke in der Branche: Oh, dann ist er frei für Mannheim. Und schon war die Bestätigung der Adler da: Zur neuen Saison wird Gross der Job von Bill Stewart übernehmen. Der Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Marc Hindelang, twitterte zu dieser Personalentscheidung: Da sei er gespannt, wie die Amtsübergabe Stewart/Gross ablaufen werde. Hintergrund: Sie hatten sich mal geprügelt, vor fast 17 Jahren. Stewart war damals auch bei Mannheim, Gross bei den Berlin Capitals.
Entwarnung: Zwischen Stewart und Gross wird 2018 ein kompletter Sommer liegen. Und obwohl es bis zum Wechsel noch einige Monate hin sind, ist jetzt bereits zu erahnen, dass sich mit ihm in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) einiges verschieben wird. Pavel Gross, lange umworben, könnte die Königslösung in Mannheim sein. Mit Wolfsburg, vom Etat her ein Mittelklasseteam, erreichte er drei Mal die Finalserie, fünf Mal in Folge war er Halbfinalist. Kein Trainer arbeitete so lange so konstant gut wie Gross. Keiner geht auch so in seinem Job auf: Als er 2017 die Finalserie in München verloren hatte und die Saison damit vorbei war, machte er sich noch in der Kabine an die Analyse am Laptop.
Mit Mannheim und Gross könnte es 2018/19 an der nun mit Nürnberg (84 Punkte), München (83), Berlin (82) besetzten Spitze noch turbulenter zugehen. Auch von Köln, aktuell Siebter, werden neue Investitionen erwartet.
Den EHC München erwartet erst einmal aber ein anspruchsvolles Wochenende. Heute (19.30 Uhr) spielte er in Schwenningen, das zwar kein Angst-, aber ein Unbehagengegner ist: Zwei der drei Saisonspiele verlor der EHC. Das ist auch die Bilanz gegen die Nürnberg Ice Tigers, über die Münchens Verteidiger Abeltshauser sagt: „Sie waren etwas schlauer als wir.“ Nürnberg kommt am Sonntag (16.30 Uhr). Schon wieder, denn das erste der Olympiahallen-Spiele vor zwei Wochen war auch EHC – Ice Tigers. Im Eishockey geht halt alles schnell. Günter Klein