Keine Beweisbilder im Stadion

von Redaktion

In Hinrunde 37 Fehlentscheidungen korrigiert – Wie es mit dem Videoassistenten weitergeht

Frankfurt – Die deutschen Schiedsrichter und die Spitze des deutschen Fußballs stehen weiter voll hinter dem umstrittenen Videobeweis. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga Zahlen vor, nach denen in 153 Spielen der Bundesliga-Hinrunde 37 Fehlentscheidungen durch den Eingriff des Videoassistenten verhindert werden konnten. 48 Mal korrigierte der Schiedsrichter eine Entscheidung, 37 Mal erwies sich dieser Eingriff auch als richtig. Mit dieser Quote ist man bei DFB und DFL vorerst zufrieden.

„Das Glas ist aus unserer Sicht zu drei Vierteln voll“, sagte der DFL-Direktor Ansgar Schwenken. „Wir sind absolut davon überzeugt, dass der Videobeweis das Spiel gerechter macht.“

Ein weiterer gewichtiger Punkt aus Sicht der Funktionäre: Niemand von ihnen zweifelt daran, dass die Regelhüter des „International Football Association Board“ (IFAB) und der Weltverband FIFA den Videobeweis nach Abschluss der einjährigen Testphase zu einer Dauereinrichtung erklären und auch bei der WM im Sommer in Russland einsetzen werden. „Ich denke, es wird bei der WM 2018 einen Einsatz des Videobeweises geben“, sagte der deutsche Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich.

Auch der in der Bundesliga als Videoassistent eingesetzte Jochen Drees betonte: „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass der Videobeweis ein fester Bestandteil des Fußballs bleibt. Die FIFA wird dieses neu geborene Baby nicht wieder zur Adoption freigeben.“

Ganz konkret will das IFAB am 22. Januar zunächst die bisherigen Erkenntnisse aus dem Test des Videobeweises auswerten und dann am 2. März den Daumen über dieses revolutionäre Projekt heben oder senken. Von dieser Entscheidung hängt auch ab, ob die FIFA den Videobeweis für die WM in Russland zulassen wird oder nicht.

Die deutschen Schiedsrichter haben eine solche Auswertung bereits hinter sich. Ein Großteil ihres mehrtägigen Wintertrainingslagers auf Mallorca drehte sich um den Videobeweis. 1041 Mal wurden die Entscheidungen eines Referees während der Hinrunde von seinen Videoassistenten überprüft. 750 Überprüfungen waren sogenannte „Silent Checks“, von denen der Schiedsrichter auf dem Platz gar nichts mitbekam. 50 Mal empfahl der Videoassistent eine Korrektur der Entscheidung, 48 Mal kam der Videobeweis tatsächlich zur Anwendung. 37 Mal erwies sich dieser Eingriff als richtig, elf Mal als falsch.

Die DFL stellte klar, dass strittige Szenen auch in der Rückrunde nicht in den Stadien gezeigt werden. „Wir sind grundsätzlich bestrebt: Der Fan im Stadion muss wissen, was Sache ist. Aber die Manager der Vereine sind sich auch einig, dass die Videoleinwand dafür nicht das geeignete Mittel ist“, sagte Schwenken. „Dafür müssten die Voraussetzungen in allen Stadien gleich sein. Es gibt aber unterschiedliche Qualitäten der einzelnen Stadionleinwände. Die Manager und Sportdirektoren der Vereine sagen ganz klar: Unter diesen Voraussetzungen können wir die Szenen nicht auf den Videoleinwänden zeigen.“  dpa

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