Eishockey

Nürnberg patzt – EHC wieder ganz oben

von Redaktion

Schwenningen/München – David Leggio durfte am Freitagabend nicht spielen. Dennoch hatte er gute Laune: Der Verband US Hockey hatte sich bei ihm gemeldet mit der Botschaft: Du bist im Olympia-Kader. Da wurde ein Lebenstraum wahr für den Amerikaner, dem die große Karriere in der NHL versagt blieb – aber die beste aller Profiligen interessiert sich nicht für die Olympischen Spiele in Pyeongchang und stellt keine Spieler ab. „Nun hoffe ich“, sagt Leggio, „dass ich auch Danny Aus den Birken in Südkorea treffe“. Mit dem teilt er sich die Torwarteinsatzzeiten beim EHC München. Die deutsche Mannschaft fürs Olympia-Turnier wird am kommenden Montag bekannt gegeben.

Am Freitag in Schwenningen war Aus den Birken im EHC-Kasten an der Reihe. Eine seiner letzten Gelegenheit zur Werbung in eigener Sache nutzte er: Auch dank einiger seiner Paraden in der Schlussphase gewannen die Münchner 2:1 (1:1, 1:0, 0:0). Der Nebeneffekt: Übernahme der Tabellenspitze – denn Bisher-Spitzenreiter Nürnberg (am Sonntag um 16.30 Uhr in München) unterlag Augsburg 1:2.

Schwenningen ist ein schwierig zu bespielender Gegner geworden, der zwei der drei Vergleiche mit dem EHC für sich entschieden hatte – vielleicht auch, weil die Wild Wings einige Ex-Münchner beschäftigen: Trainer Pat Cortina, die Spieler Uli Maurer, Tobi Wörle, Tim Bender, Kai Herpich. Da war auch ein bisschen Giftigkeit in der Partie. „Man versucht, dem Gegner unter die Haut zu gehen“, erläuterte Tobias Wörle, vorige Saison noch im Münchner Meister-Team, bei Telekomsport die Verbal-Taktik. Er fand: „Wir liefern ein offenes Spiel.“

Jason Jaffray brachte den EHC München früh (4. Minute) nach einem „Raketenpass“ (so sein Lob) von Vorlagenkönig Keith Aucoin in Führung, der Schwenninger Topsturm mit Fleury, Hult und Acton glich aus (19.). Jon Matsumoto gelang nach einer Patrick Hager/Michael Wolf-Kombination das 2:1 (23.). Das sollte schon der Siegtreffer gewesen sein, da Schwenningen seine Hochkaräter-Chancen (etwa für Andre Hult) nicht nutzte. Uli Maurer: „Wir haben gut gespielt, aber verloren.“  gük

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