WINTERSPIELE

„Gold wäre umso schöner“

von Redaktion

Einkleidung der deutschen Pyeongchang-Starter: Dahlmeiers Medaillenziel und Dreßens olympische Vorfreude

VON ARMIN GIBIS

München – Mit einem Meisterwerk zuckerbäckerischer Kunst sahen sich Laura Dahlmeier und Simon Schempp konfrontiert. Bei der gestrigen Einkleidung eines Teils der deutschen Mannschaft für die Winterspiele in Pyeongchang wurde dem sportiven Duo im Münchner Postpalast ein riesiger, fast die ganze Tischplatte bedeckender Olympia-Kuchen kredenzt. Dahlmeier und Schempp kosteten nur vorsichtig von dem Feingebäck, das wohl nicht einmal die gesamte deutsche Biathlon-Mannschaft samt Trainer und Betreuer hätte verdrücken können. Das gute Stück mit den fünf Ringen, das ein Sportartikelhersteller spendiert hatte, war allerdings eine schöne Einstimmung auf das in einem Monat beginnende globale Sportfest.

Natürlich ist bei der Verteilung der roten Germany-Jacken, Mützen und sonstigen Olympia-Utensilien die im Fokus der Kameraleute stehende Skijägerin Dahlmeier auch gefragt worden, wie denn ihre Ambitionen für Südkorea seien. Die siebenfache Weltmeisterin gab sich da – gemessen an ihren früheren Erfolgen – eher bescheiden. „Ich wäre sehr zufrieden mit einer Medaille“, sagte die 24-Jährige, „wenn’s eine goldene wäre – umso schöner.“

Grundsätzlich fühlt sich Dahlmeier der Olympiaform schon ziemlich nahe: „Ich bin gesund und habe in Ruhpolding gezeigt, dass ich das Podium angreifen kann. Alles andere steht in den Sternen.“ Olympische Vorfreude demonstrierte ebenfalls ihre Biathlon-Kollegin Denis Herrmann. „Für uns ist das heute der Startschuss“, sagte sie mit strahlendem Lächeln. Die 29-Jährige verfügt bereits über olympische Erfahrung. 2014 in Sotschi gewann die Sächsin Staffel-Bronze – allerdings noch als Skilangläuferin. Inzwischen ist sie ins Lager der Skijäger gewechselt und hat da auf Anhieb für Furore gesorgt. Sie könnte sich somit als erste Sportlerin überhaupt in beiden Disziplinen Edelmetall sichern. Auf ihre Chancen angesprochen meinte sie: „Wir haben ein schlagkräftiges Team.“

Erstmals bei Olympia dabei ist der Mittenwalder Alpine Thomas Dreßen. Der Debütant sagte zum bevorstehenden Großereignis: „Das ist ein Traum für jeden Sportler. Ich bin mir sicher, dass das eine coole Geschichte wird.“ Die Biathletin Vanessa Hinz, Olympia-Novizin auch sie, verspürt bereits leichtes vorolympisches Fieber: „Zu den Winterspielen zu dürfen, ist ein tolles Gefühl. Ich bin schon ein bisserl aufgeregt.“ Ihr Teamkollege Simon Schempp hat sich für Pyeongchang ehrgeizige Ziele gesetzt: „Ich möchte um die Medaillen kämpfen.“ Er hegt aber noch einen weiteren Wunsch: „Ich würde mir bei den Spielen gerne ein Eishockeymatch anschauen.“

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