FC Bayern holt Leon Goretzka

Die nächste Generation

von Redaktion

Es ist eine alte Vision, die neu belebt wird. Vor der Heim-WM 2006 äußerte Uli Hoeneß den Traum, in München einen FC Deutschland zusammenzustellen. Trotz der damals führenden Teutonen Oliver Kahn und Michael Ballack in Reihen des FC Bayern scheiterte das Projekt; unter anderem kippte Sebastian Deisler als Pfeiler, und Talente wie Jan Schlaudraff oder Alexander Baumjohann zerbrachen bald an den Anforderungen. Die Bayern orientieren sich an internationalen Maßstäben, Stars aus dem Ausland sind da unabdingbar. Inzwischen ist im Weltmeisterland Deutschland viel passiert. Die Neuauflage des Projekts begleiten neue Kennzahlen. Der FC Bayern arbeitet an seiner nächsten Generation. Leon Goretzka zu holen, war so logisch wie richtig.

Stand heute beschäftigt der Rekordmeister ab Sommer zehn deutsche Nationalspieler; vier Weltmeister plus fünf Confed-Cup-Sieger, hinzu käme noch ein ausgeliehener U-21-Europameister. Ergänzt um einen Spezialisten wie Robert Lewandowski könnten die Münchner folgende Elf aufbieten: Neuer – Süle, Hummels, Boateng – Rudy, Kimmich – Müller, Goretzka, Gnabry – Wagner, Lewandowski. Abgesehen von der polnischen Leihgabe im Sturm wäre diese Formation auch mit dem Bundesadler auf der Brust salonfähig. Auf der Bank säßen bei dem Gedankenspiel kickende Koryphäen wie Alaba, Martinez, Thiago, Tolisso, Vidal, Coman, James, Ribery und Robben – wer auch immer die Bayern ab Sommer befehligt, hat ein internationales Who-is-Who, das sich sehen lassen kann. Und: Zukunft hat.

Mit Blick auf die kommenden Jahre wird die Personalie Goretzka zu einer Schlüsselfigur. Gerade mal 22, ablösefrei, auf dem besten Weg, sich in der Nationalelf unverzichtbar zu machen – da mussten die Münchner zuschlagen, noch dazu, wenn es ihnen mit dem Vorsatz ernst ist, die besten deutschen Talente im Land zu halten. Auf der erweiterten Einkaufsliste der Münchner sind Julian Brandt, Julian Draxler und Benjamin Henrichs vorgemerkt, auch die Namen Kai Havertz und Jann-Fiete Arp sollten von aufmerksamen Scouts dick unterstrichen sein. Nie war es so leicht, einen auch international vorzeigbaren FC Deutschland zu bauen. Vorausgesetzt freilich, man heißt FC Bayern.

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