Macek rettet die EHC-Party

von Redaktion

Schludrige Münchner rennen der Düsseldorfer EG lange hinterher

Von Günter Klein

München – Tage, an denen man vom Unheil der Welt verschont bleiben will, sind: Weihnachten, das Fest, das allen gehört. Und Geburtstag als individueller Anlass.

Am Freitagabend hatte der EHC München Geburtstag. Genau zwanzig Jahre war es her, dass er als Eishockeyclub HC 98 gegründet wurde. Darum wurden ein paar der Ehemaligen ins Olmypia-Eissportzentrum eingeladen, und der feierliche Akt des Eröffnungsbullys oblag Luca Jüttner, dem Sohn des verstorbenen HC 98-Initiators Franz Jüttner.

Zwanzig Jahre EHC (eine lange Lebensdauer für einen Eishockeyverein im pleitegeschichtlichen München), eine ordentlich gefüllte Halle (5640 Zuschauer), ein Spiel, in das man als Tabellenführer der DEL und klarer Favorit geht – kann die Party unter diesen Umständen überhaupt misslingen?

Sie tat es nicht, und das hatte der EHC München Brooks Macek zu verdanken. Der erzielte zwei Tore – das, welches seine Mannschaft in die Verlängerung brachte (54.), und schließlich das in der zweiten Minute der Verlängerung. So gewann der EHC mit 5:4 nach Verlängerung und bekam zwei Punkte gutgeschrieben. Nicht zu übersehen war allerdings: Er spielte schludrig wie lange nicht mehr, lediglich die Offensive funktionierte.

Die Düsseldorfer EG überraschte positiv. Dazu muss man wissen, dass er in der Eishockey-Hochburg der 80er- und teilweise noch 90er-Jahre nicht die beste Stimmung herrscht. Zwar ist das Team im Bewerb um die Playoff-Plätze gut mit dabei, doch die Fans werden nicht warm mit Trainer Mike Pellegrims. Nun ist durchgesickert, dass der Belgier nach der Saison als Co-Trainer zu den Adlern Mannheim wechseln wird. Die Befindlichkeit fasste der Podcast „Shorthanded News“, der hauptsächlich Themen rund um die Düsseldorfer EG aufgreift, so zusammen: Ein Segen, dass Pellegrims geht.

Aber noch ist er da – und sein Team spielte attraktiv, ging nach genau einer Minute und nur sechs Sekunden Überzahl durch Dmitriew in Führung und legte immer wieder einen Treffer vor. „Wenn Düsseldorf zu einer Chance kommt, ist es eine hochwertige“, sagte Münchens Kapitän Michael Wolf nach zwei Dritteln bei Telekomsport und monierte die schwache Arbeit seines Teams „in neutraler und defensiver Zone“. Einmal (zum 2:3) musste der EHC zehn Sekunden nach dem eigenen Torerfolg (Aucoin) das Gegentor hinnehmen. Aber Wolf behielt Recht: „Wir haben schon ganz andere Rückstände aufgeholt.“

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