Ein Hauch von Spannung

von Redaktion

Das DFB-Team trifft in der Nations League auf Frankreich und die Niederlande – Löw reagiert dennoch verhalten

von arne richter und florian lütticke

Lausanne – Die Hochkaräter Frankreich und Niederlande bereiteten Joachim Löw eine unerwartete Freude. Die in der Bundesliga so ungeliebte Nations League wird für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft durch die brisanten Nachbarduelle zu einer echten Herausforderung und hat für den Bundestrainer damit einen größeren Wert als gedacht. Sichtlich entspannt stand Löw gestern nach der Auslosung im Swiss Tech Center von Lausanne und war sogar zum Scherzen aufgelegt. „Endlich mal kein Losglück. Gott sei Dank“, sagte der 57-Jährige, der sich vorab starke Konkurrenz für die Gruppenphase gewünscht hatte.

Zum Auftakt steht in der Gruppe 1 der Liga A am 6. September das Heimspiel gegen Frankreich an. Am 13. und 16. Oktober geht es in den Niederlanden und in Frankreich auswärts weiter. Das Gruppenfinale ist für den 19. November mit einem Heimspiel gegen Oranje terminiert. „Das ist superinteressant. Die Niederlande und Frankreich sind Nachbarländer mit langer Fußballkultur und Fußballgeschichte. Für die Fans, für uns alle sind das interessante Spiele“, sagte Löw.

DFB-Präsident Reinhard Grindel wirkte nach der Zeremonie erleichtert. „Ich denke, dass auch vor dem Hintergrund der stärkeren Gegner jetzt diesem Wettbewerb mit deutlich größerem Respekt begegnet wird als bisher“, sagte der Verbandschef. Energisch hatte er zuvor für den UEFA-Wettbewerb getrommelt, um die kritischen Stimmen aus der Liga von Karl-Heinz Rummenigge bis Michael Zorc zu entkräften.

„Es ist die stärkste Gruppe, und damit ist auf einen Schlag klar, was Nations League bedeutet: Einer von den dreien wird absteigen. Das heißt, es wird spannende Spiele geben, volle Stadien. Das hat mit den Freundschaftsspielen, die auf diesen Terminen sonst gespielt worden wären, nichts mehr zu tun“, sagte Grindel.

Bei aller plötzlichen Euphorie wollte Löw die Nations League aber auch nicht überbewerten. „Die WM ist das Allergrößte. Sie steht über allen anderen Wettbewerben“, sagte er und verabschiedete sich schnell Richtung Heimat Freiburg, um weiter an seinen Plänen für den WM-Sommer zu arbeiten.

In Lausanne hatte Löw die 60-Minuten-Show entspannt von seinem Platz in der zweiten Reihe verfolgt. Portugals einstiger Mittelfeldstar Deco erfüllte das Begehr nach starken Gegnern. Frankreich ist das bislang letzte Team, gegen das Deutschland eine Niederlage einstecken musste. Im EM-Halbfinale im Juli 2016 kam das Aus für Mesut Özil und Co. nach dem bitteren 0:2 in Marseille. Seither ist das DFB-Team in 21 Spielen ungeschlagen. Im November 2017 reichte es im Test in Köln dank eines Last-Minute-Tores noch zu einem 2:2 gegen die starke Equipe Tricolore. Den bislang letzten Sieg gab es beim 1:0 im WM-Viertelfinale auf dem Weg zum Triumph von Rio.

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