Lochner ordnet dem Traum alles unter

von Redaktion

Am Sonntagabend sah man Johannes Lochner zeitweise mal ungewohnt grimmig dreinblicken. Dass ausgerechnet auf seiner Heimbahn nicht er, sondern als einziger deutscher Pilot Nico Walther auf dem Podium stand, schmeckte dem Berchtesgadener nicht. Der Ärger allerdings war schnell verfolgen, als er wenig später die große Kristallkugel für den Vierer-Gesamtweltcup in Empfang nehmen durfte. In diesem Moment erinnerte er sich wieder daran, dass er der Olympia-Favorit in der Königsdisziplin ist.

„Ich muss einen Fehler machen, damit die anderen schneller sind“, sagt der 27-Jährige vor seiner olympischen Premiere. Dass er außerdem „das beste Material unter dem Po“ habe, stimmt ihn zuversichtlich, dass er die saisonübergreifende Dominanz (vier Weltcup-Siege) auch in Pyeongchang ausspielen kann. Für den Traum vom olympischen Edelmetall legte er in seinem Studium der Elektro- und Informationstechnik eine Pause ein und schreckte auch teamintern vor schweren Entscheidungen nicht zurück. Seinem Freund und eigentlichen Stamm-Anschieber Joshua Blum teilte er vor wenigen Wochen mit, dass dessen Leistungen nicht ausreichen. Den Zweier schiebt nun Christopher Weber an, „die Stimmung ist nicht so gut“.

Im Vierer wird Lochner neben Blum und Weber vom Berchtesgadener Christian Rasp in die Spur gebracht. Der ehemalige Top-Sprinter ist wie Lochner: Ein absoluter Ehrgeizling.  hlr

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