Vom Schwebebalken in den Eiskanal

von Redaktion

Der Druck am vergangenen Wochenende war dann doch ein bisschen zu hoch. Als Anna Fernstädt beim Weltcup-Finale als Führende in den zweiten Lauf ging, versagten ihr die Nerven. „Nun ja, am Ende war ich Fünfte – aber ich habe heute eine Menge gelernt“, sagte sie nach dem vierten Top-8-Ergebnis des olympischen Winters.

21 Jahre ist die Skeleton-Pilotin erst alt, da kann man schon mal nervös werden, wenn man vor seinem ersten Weltcup-Sieg steht. Und dass es diesmal nichts geworden ist, heißt ja nicht, dass es nicht wann anders klappen wird. Als großes Talent wird die in Prag geborene Berchtesgadenerin gehandelt, „und man darf ihr Alter nicht vergessen“, sagt Coach Dirk Matschenz. Anna Fernstädt wird noch brauchen, um auf das Niveau der beiden Weltbesten Jacqueline Lölling und Tina Hermann zu kommen. Wird sie aber am Start explosiver, ist sie eine ernstzunehmende Konkurrentin.

Beeindruckend ist das Fahrgefühl der Polizeimeisteranwärterin – und es kommt nicht von ungefähr. Als ehemalige Turnerin gehören Körperbeherrschung und Koordination zu ihren Stärken. Dass sie den Weg vom Schwebebalken in den Eiskanal fand, war allerdings ein Zufall. Nach dem Umzug der Familie war die nächste Turnhalle zu weit weg – „also sagte man mir: Geh mal in den Eiskanal!“ Zu alt zum Rodeln, zu jung zum Bobfahren, da blieb nur das Skeleton. Sieben Jahre später ist Anna Fernstädt Olympia-Teilnehmerin.  hlr

Artikel 1 von 11