Bis zu minus 20 Grad

von Redaktion

Athleten reagieren auf frostige Temperaturen gelassen – Entwarnung für die Eröffnungsfeier

von andreas schirmer

Pyeongchang – Die deutschen Athleten müssen sich bei den Winterspielen so richtig warm anziehen. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt um minus 20 Grad Celsius sind in den Bergen von Pyeongchang bereits gemessen worden. In Alpensia, Bokwang und Jeongseon, wo neben Ski alpin in weiteren sieben Sportarten die Olympiasieger gekürt werden, wurden gestern – bei Sonnenschein – Temperaturen von -11,7 bis -17,6 gemessen.

Mit dem oft kräftigen Wind wurde vom offiziellen olympischen Wetterdienst -23,2 Grad als gefühlte Kälte angegeben. Als Rekord-Tiefsttemperatur gelten für diese südkoreanische Region die -24,1 Grad vom 13. Februar 2008. „Das kann zum Problem werden“, meinte der deutsche Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig, der als Vorhut schon fast zwei Wochen vor Ort ist – und ordentlich fror.

Bei extremer Kälte könnten Wettbewerbe in der Loipe, an den Hängen oder auf den Schanzen abgesagt werden. Meistens gibt es Richt- und keine Grenzwerte dafür. Erst ab -20 Grad ruhen Ski und Kleinkalibergewehr nach dem Regelwerk im Biathlon. Langlauf kann bis -20 Grad betrieben werden, ist aber auch schon bei „wärmeren“ Temperaturen abgesagt worden. Bei den vorolympischen Wettbewerben war es 2017 nachts so garstig kalt, dass Langlauf und Kombination diesmal tagsüber stattfinden.

Hart beim Frieren sind die Skispringer. „Den Punkt, dass Springen nicht mehr möglich ist, gibt es nicht“, erklärte Markus Eisenbichler. „Wir sind schon bei -25 Grad in Kuusamo gesprungen, das ist jetzt nicht das Problem für uns.“ Bundestrainer Werner Schuster hat sich über das Kälte-Thema deshalb noch keine Gedanken gemacht. „Die niedrigen Temperaturen haben dann ja alle, das ist ja nicht nur für uns kalt“, meinte er cool.

Auch der Sportdirektor der deutschen alpinen Skifahrer blickt gelassen auf das Thermometer. „Wir sind schon bei minus 33 Grad gefahren. So kalt wird es nicht werden“, sagte Wolfgang Maier. Deshalb sollte man das Thema Kälte nicht überbewerten und froh sein, nicht wie im Dezember und Januar Regen zu haben.

Abwarten will Bernard Loer, Bundestrainer für Snowboardcross, die meteorologische Entwicklung, da seine Asse erst am 15. Februar in die olympischen Rennen gehen. „Es wäre schon schön, wenn es ein bisschen wärmer wäre in der Zeit“, sagte er. Denn: „Extreme Kälte ist nicht gut fürs Material. Es ist aber für alle gleich.“

Entwarnung gab es gestern für die Athleten, Trainer und Funktionäre für die Eröffnungsfeier am Freitag. Laut Wetterprognose soll es vier Grad warm werden. Die Organisatoren verteilen dennoch vorsorglich an jeden Zuschauer im Olympiastadion ein „Rettungspaket“ mit Pudelmütze, Poncho, Wolldecke sowie Hand- und Fußwärmern. Nach dem Einmarsch warten auf die Sportler geheizte Sitze. Österreichs Athleten wurden zudem mit mehr als 200 Euro teuren Socken ausgestattet, deren eingebaute Heizung per Handy-App reguliert werden kann.

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