Leverkusen – Julian Brandt schwärmte mit einem Dauergrinsen von Heiko Herrlich und der neuen Mentalität bei Bayer Leverkusen. „Der Trainer hat den ganzen Zug zum Anfahren gebracht“, hielt der 21 Jahre alte Fußballprofi nach dem 4:2 nach Verlängerung im DFB-Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen fest. Brandt verwies auf den Verdienst des Fußball-Lehrers, für eine veränderte Einstellung innerhalb des Kaders gesorgt zu haben: „Wir haben viel daran gearbeitet, dass das inniger wird. Jeder versteht jeden, auch neben dem Platz.“
Das war in der Vorsaison wohl noch anders. Platz zwölf in der Bundesliga besagt es. Jetzt ist die Herrlich-Auswahl als Liga-Zweiter auf Champions League-Kurs und als Cup-Halbfinalist nur noch einen Sieg vom Endspiel am 19. Mai in Berlin entfernt. „Das war einwandfrei. Heute hat sich widergespiegelt, wie sich die Mannschaft entwickelt“, ließ Brandt nach den 120 Minuten wissen.
Ein wenig hätte der Confederations-Cup-Gewinner auch von sich schwärmen können. Immerhin ebnete der gebürtige Bremer nach dem 0:2 durch Max Kruses Foulelfmeter-Treffer (4. Minute) und Aron Johannsson (7.) mit seinem ersten Doppelpack in einem Pflichtspiel für Bayer den Weg zum 4:2. „Es ist etwas extrem Schönes“, bemerkte er zu seinem 1:2 (31.) und 2:2 (55.) lediglich.
Der zweite Wegbereiter zur ersten Halbfinalteilnahme der Leverkusener nach neun Jahren war einer, der von 1998 bis 2004 in der Werder-Jugend spielte: Karim Bellarabi. Herrlich wechselte ihn in der 108. Minute für Dominik Kohr ein. Und nur drei Minuten später, bei seinem ersten Ballkontakt vor 25 653 Zuschauern, traf er zum 3:2. Der 18-jährige Kai Havertz machte dann alles perfekt (118.). „Ich war die ganze Zeit bereit“, sagte Bellarabi, der in dieser Saison erst in zwölf Pflichtpartien in Herrlichs Startelf stand. dpa