Seriös bis zum Schluss

von Redaktion

Bayerns Basketballer gewinnen in Vilnius mit 87:85 und treffen nun im Eurocup-Viertelfinale auf UNICS Kasan

vVON FABIAN RIESE

Vilnius – Sie wollten sich „seriös“ aus der Zwischenrunde des Eurocup verabschieden – und die Basketballer des FC Bayern haben Wort gehalten. Der Bundesliga-Spitzenreiter gewann auch das bedeutungslose letzte Top-16-Spiel bei Lietuvos Rytas Vilnius mit 87:85 (43:38). Gruppensieger waren die Münchner ohnehin schon. Nun geht es ins Viertelfinale. Ab dem 6. März darf man sich in einer Best-of-three-Serie mit dem russischen Topklub UNICS Kasan messen, der sich in der Gruppe H im Finale nach auf Platz zwei mogelte. Trainer Sasa Djordjevic fand´s gut: „Wir sind mit einer guten Einstellung in das Spiel gegangen“, sagte er, „es ist immer besser , zu gewinnen.“

Seine Bayern stellten schnell unter Beweis: Eine lockere Trainingseinheit für den am Sonntag anstehenden Shiowdown in Bamberg würde dieser letzte Zwischenrunden-Ausflug nicht werden. Die Münchner gingen aggressiv ins Rennen. Vor allem in der Defensive zunächst deutlich besser als zuletzt im Bundesliga-Gipfel gegen Bayreuth, als Djordjevic noch murrte: „es bringt uns nicht voran, wenn Spieler nur für die Statistik spielen.“

Das hätte auch schnell für einen vergleichsweise entspannten Abend reichen können. Vielleicht sogar für eine echte Ansage im Fernduell mit Darussafaka Istanbul im Fernduell um das Heimrecht in einem möglichen Halbfinale. Doch lahmte zunächst die beste Offensive der Bundesliga. Die Bayern ließen eine Vielzahl an Würfen liegen. Von sieben Dreierversuchen im ersten Durchgang flutschte nur der von Danilo Barthel durch die Reuse.

Aber die Sache wurde ja besser. In der Phase von Mitte des zweiten bis Mitte des dritten Viertels fanden die Bayern immer besser zu dem Schema, das ihnen am besten gefällt. Ballgewinn, Tempo, Korb – bis auf neun Punkte eilte das Team um Kapitän Anton Gavel so davon (55:46). Und das übrigens entgegen allen Ankündigungen doch ohne Rückkehrer Vladimir Lucic. Der serbische Vize-Europameister machte sich zwar mit warm, doch Djordjevic hatte die Comeback-Idee des 28-Jährigen da doch schon wieder verworfen. Er wolle Lucic vor dem ersten Einsatz doch noch das ein oder andere Training mit Kontakt gönnen.

Die Gastgeber erhöhten die Intensität. Ganz so leicht wollten sich der Eurocup-Champion vom 2009 in seiner diesjährigen Abschiedsvorstellung aus Europa dann doch nicht abservieren lassen. Und sie fanden ja auch ihre Wege. Chris Kramer etwa, der frühere Oldenburger, schenkte dem Bayern immerhin drei Dreier ein (18 Punkte). Auch der blutjunge Martynas Echodas (7 Punkte) schwindelte sich oft durch die Münchner Reihen.

Natürlich sind die Bayern, bei denen Jared Cunningham mit 23 Punkten am besten traf, auch ohne Lucic und Milan Macvan auf einer Qualitätsstufe unterwegs, die im Wettbewerb sonst wohl nur Darüssafaka Istanbul und Kuban Krasnodar zu bieten haben. Doch in Vilnius fehlte an diesem Abend die Konstanz. Einen 9:0-Lauf zu Beginn des Schlussviertels ließen sich die Münchner sofort wieder abjagen.

In einer spannenden Schlussphase machten Braydon Hobbs mit einem American-Football-verdächtigen Pass übers ganze Feld auf Devin Booker . und schließlich Cunningham von der Freiwurflinie alles klar.

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