TEnnis

Zwei Zverevs am Aumeister

von Redaktion

Alexander, die deutsche Nummer eins, sagt für die BMW Open ebenso zu wie sein Bruder Mischa

München – Noch dauert es ein Weilchen, bis das Hauptfeld der BMW Open feststeht. Mitte März, sechs Wochen vor Beginn des Turniers (30. April bis 6. Mai), müssen die Tennisprofis sich entschieden haben, ob sie die Reise an den Aumeister antreten. Erfahrungsgemäß kann auf den letzten Drücker allerhand passieren, besonders bei den Topspielern. Deshalb kam die Nachricht, die gestern die Runde machte, durchaus überraschend. Alexander Zverev, auf dem deutschen Markt der begehrteste Spieler (neben Roger Federer natürlich) wird wieder nach München kommen, wo er letztes Jahr den Titel, ein schönes Preisgeld, einen Sportwagen und eine Lederhose gewann.

Mitte Januar deutete darauf noch nicht so viel hin. Wahlweise sprach Patrik Kühnen von einer „Riesenaufgabe“ oder einem „interessanten Unterfangen“, wenn ihm die unausweichliche Frage nach der nationalen Nummer eins gestellt wurde. Deutsche Spieler waren für die BMW Open immer am wichtigsten, doch umgekehrt ist schon länger nicht mehr so ganz klar, wie wichtig ein Turnier in Deutschland für Zverev, aktuell Nummer fünf der Weltrangliste, noch ist. Seit er letzten Sommer auf einen Start in seiner Heimatstadt Hamburg verzichtete und statt dessen in Washington aufschlug, wissen hiesige Turnierdirektoren, dass der junge Aufsteiger in seiner Saisonplanung ziemlich unsentimental vorgehen kann.

Bei München klingt das jetzt anders. Die Veranstaltung passe „auch dieses Jahr vom Set-up sehr gut in meinen Turnierkalender“, teilt Zverev mit. Genau das war die Grundsatzfrage: Spielt er in der ersten Mai-Woche beim MTTC Iphitos um Punkte und Preisgeld oder macht er eine Pause, weil er als Top-Spieler eher auf ein gutes Abschneiden bei den so genannten 1000er-Turnieren (Monte Carlo, Madrid, Rom), den Highlights der ATP-Tour, setzt. Für die kommende Sandplatzsaison hat Zverev, dessen Bruder Mischa ebenfalls zugesagt hat, diese Frage im Sinne der Münchner beantwortet. Ihn auch in Zukunft zu binden, dürfte allerdings eine Riesenaufgabe werden. Marc Beyer

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