13 Russen abgewiesen

von Redaktion

Ad-Hoc-Gericht des CAS sieht sich nicht zuständig – 47 weitere Verfahren noch in der Schwebe, Urteile heute erwartet

Pyeongchang – Das Ad-Hoc-Gericht des Internationalen Sportgerichtshofes CAS hat die Klage von 13 Russen für eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang abgewiesen. Das Gericht erklärte sich für nicht zuständig. Die Klage sei eingereicht worden, als das Schnell-Gericht in Pyeongchang noch gar nicht geöffnet hatte.

13 russische Sportler, Ärzte und Trainer hatten beim Ad-Hoc-Gericht dagegen geklagt, dass sie keine Einladung für die Winterspiele erhalten hatten. Betroffen sind unter anderem der frühere Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow und Shorttrack-Läuferin Tatjana Borodulina. Die genaue Urteilsbegründung werde am Freitag veröffentlicht, hieß es.

47 weitere Fälle von russischen Sportlern und Trainern, die wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien bei den Winterspielen 2014 in Sotschi keine Einladung erhalten hatten, sind noch beim CAS anhängig. Zu den betroffenen Athleten gehören Shorttrack-Ikone Wiktor Ahn und Biathlon-Star Anton Schipulin. Für diese Verfahren will das Gericht am heutigen Freitag die Urteile verkünden.

Wegen systematischen Dopings bei den Winterspielen 2014 war das russische Olympia-Komitee ROC vom IOC Anfang Dezember suspendiert worden. 169 saubere russische Athleten könnten in Pyeongchang aber unter neutraler Flagge und Hymne starten, 168 waren am Donnerstag gemeldet.

Die russische Regierung will die Entscheidung des CAS auf jeden Fall akzeptieren. „Wir respektieren das Urteil und werden die Beschlüsse auch umsetzen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Offenbar ist auch Staatspräsident Wladimir Putin immer auf dem Laufenden. „Unser Präsident hat Berichte über diese Angelegenheit erhalten“, verriet Peskow. Auch Putin freue sich, dass nun bald endlich Klarheit herrsche.

An der Eröffnungsfeier der Winterspiele am heutigen Freitag (20.00 Uhr Ortszeit/ 12.00 Uhr MEZ) werden 80 Russen teilnehmen. Fast alle der 168 Athleten sind schon im Olympiaort Pyeongchang eingetroffen. „Alle sind glücklich, an den Spielen teilzunehmen. Wir sind dem Organisationskomitee sehr dankbar, dass wir so komfortable Unterkünfte bekommen haben“, sagte Delegationsleiter Stanislaw Posdnjakow

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat derweil das anhaltende Chaos um die russischen CAS-Fälle vor den Spielen in Pyeongchang kritisiert. „Ich bin traurig, dass wir uns den ganzen Tag mit diesen Dingen beschäftigen müssen“, sagte WADA-Präsident Craig Reedie in Pyeongchang.

Die WADA hatte zuvor schon die Aufhebung von lebenslangen Olympiasperren für 39 russische Athleten durch den CAS „mit großer Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. „Ich frage mich, wie der CAS zu anderen Entscheidungen kommen soll, wenn drei Kommissionen zuvor Russland systematische Manipulationen nachgewiesen haben.“

„Der Kampf gegen Doping wird immer schwieriger“, sagte Ben McDevitt vom Observer-Team der WADA. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) habe die WADA den Kampf gegen Doping für Pyeongchang verschärft. Seit April 2017 wurden 17 000 Pre-Tests bei Athleten vorgenommen, während der Spiele werden es 2500 Doping-Kontrollen sein.

Für die kommenden Jahre haben sich die Doping-Jäger viel vorgenommen, dafür braucht die WADA-Zentrale in Montreal mehr Geld. Derzeit liegt der Jahresetat bei 30 Millionen Dollar (24 Millionen Euro). Bis zum Jahre 2021, wenn der neue WADA-Code entwickelt ist, soll das Budget auf 45 Millionen Dollar (36 Millionen Euro) anwachsen. Doch „mehr Geld von den Regierungen zu bekommen, ist ein schwieriger Job“, sagte Reedie.  sid

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