Die zauberhaften Fisch-Roboter

von Redaktion

In Pressezentren geht es normalerweise eher ungemütlich zu. Hier diktiert der Zeitdruck das Tempo, fördert den Tunnelblick und hektische Schrittfrequenzen. Von einem Hort der Beschaulichkeit kann also nicht die Rede sein. Doch unsere koreanischen Gastgeber haben im sogenannten MPC (Main Press Center) von Pyeongchang eine ganz spezielle Ruhezone für Medienschaffende kreiert: ein Aquarium, das zur inneren Versenkung einlädt. Vor ihm versammeln sich immer wieder Scharen staunender Journalisten, die sprachlos in die zauberhafte Unterwasserwelt schauen.

Mit eleganter Rastlosigkeit kreisen hier japanische Koi-Karpfen, Zitronenfische und andere exotische Musterexemplare durch den indirekt beleuchteten Glaskasten. Es ist, als führten die bunten Schuppentiere einen hypnotischen Tanz auf, mit strenger Choreographie. Stark entschleunigend, fast therapeutisch wirkt das auf den Betrachter, da halten selbst rasende Reporter inne.

Das Erstaunlichste aber ist: Die Hauptdarsteller dieses submarinen Kinos sind gar keine Lebewesen. Also weder Fleisch noch Fisch. Sondern künstliche Fische, also Fisch-Roboter und Animationen, die von 3-D-Effekten unterstützt werden. Aus dieser raffinierten Mischung entsteht ein Sammelsurium der Sinnestäuschung.

Aquarianer mögen sich eventuell schwertun mit diesen High-Tech-Attrappen. Aber im Sinne des Tierschutzes eröffnen sich ganz neue Zierfisch-Perspektiven. Ökologisch akzeptabler und attraktiver lässt sich ein entsprechender Blickfang kaum gestalten. Im Pressezentrum jedenfalls sind die koreanischen Fisch-Duplikate inzwischen so etwas wie heimliche Stars. Armin Gibis

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