Missbrauchsvorwürfe gegen Kahr

von Redaktion

Ehemalige Skifahrerinnen beschuldigen Trainer-Legende des ÖSV

München – Vor den Winterspielen in Südkorea wird der Österreichische Skiverband (ÖSV) von Missbrauchsvorwürfen erschüttert. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von schweren sexuellen Übergriffen bis hin zur Vergewaltigung durch Trainer, Serviceleute und Funktionäre in Leistungskadern und in Ski-Internaten. Bereits im November 2017 hatte die frühere Rennläuferin Nicola Werdenigg, die unter ihrem Mädchennamen Nicola Spieß in den 70er-Jahren an Weltcup-Rennen und Winterspielen teilnahm, in der Tageszeitung Standard von einem „Klima des Missbrauchs“ gesprochen.

Der SZ liegen nun neue Erklärungen von früheren Skifahrerinnen vor. Sie beschuldigen eine der prominentesten Persönlichkeiten des österreichischen Skisports, den ehemaligen ÖSV-Trainer Karl „Charly“ Kahr. Zwei Sportlerinnen sollen der SZ eidesstattliche Erklärungen abgeben haben. Kahr und dem 2009 verstorbenen österreichischen Ski-Helden Toni Sailer würden in drei Fällen sexueller Missbrauch vorgeworfen, schreibt die Zeitung. Diese Übergriffe sollen sich bereits in den 1960er-Jahren zugetragen haben. Der ÖSV gab auf SZ-Anfrage an, nichts von den Vorwürfen gegen Kahr zu wissen.

Auch Kahr selbst weist die Anschuldigungen zurück. Die SZ zitiert dabei einen Anwalt des heute 85-Jährigen. Die Vorwürfe gegen Kahr seien „samt und sonders aus der Luft gegriffen“, heißt es dort, und „kein einziger der von Ihnen genannten Vorfälle“ habe „jemals stattgefunden“.

Die Vorwürfe gegen Sailer sind nicht neu. Im März 1974 soll er am Rande eines Weltcups in Polen eine 28 Jahre alte Prostituierte misshandelt haben.  mm/sid

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