Wellinger schürt die Hoffnungen

von Redaktion

Münchner Skispringer gewinnt die Qualifikation von der Normalschanze – Quartett in Top-7

Pyeongchang – Andreas Wellinger hat bei den Spielen in Südkorea schon vor der Eröffnungsfeier ein erstes Zeichen der Stärke gesetzt und darf in Pyeongchang auf den heiß ersehnten Medaillen-Coup hoffen. Nachdem er die Qualifikation zum ersten Wettbewerb auf der Normalschanze am Samstag (13.30 Uhr/MEZ) mit einem Satz auf 105 Meter souverän gewonnen hatte, lächelte der Bayer entsprechend zufrieden in die Kameras und war mit seinem persönlichen Olympia-Start rundum glücklich. „Schöne Quali, schöne Bedingungen, Skispringen auf einem hohen Niveau“, sagte Wellinger nach seiner beeindruckenden Vorstellung. Er habe sich gut über die Trainingssprünge reinfuchsen können. „Ich bin vom Sprung stabiler geworden“, so der Vizeweltmeister weiter, „Wenn ich noch so einen mache, wird es schwer, mich zu schlagen. Aber jetzt heißt es: ‘Nicht nachlassen’.“

Geschlossen zeigte das DSV-Team beim gestrigen ersten Ernstfall eine starke Leistung. Richard Freitag (102 Meter) als Vierter, Markus Eisenbichler (102,5 m) als Sechster und Karl Geiger (102 m) auf Rang sieben komplettierten ein hervorragendes Mannschaftsergebnis, das Hoffnung für die erste Sprung-Entscheidung macht. „Es war ein guter Tag für uns. Ich bin zufrieden, ich denke, es war ein guter Auftakt für uns in die Olympischen Spiele“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Der in bester Form springende Wellinger verzichtet am Freitag sogar auf die Eröffnungsfeier der Spiele, um möglichst optimal für das erste Einzel vorbereitet zu sein.

Bei klirrender Kälte bestätigten die deutschen Springer unter Flutlicht ihre starke Form und ihre Trainingsleistungen. „Ich bin gut vorbereitet auf jeden Tag und jeden Wettkampf. Wenn ich mein Zeug umsetzen kann, kann ich vorne mitspringen, das habe ich heute gezeigt“, sagte Quali-Sieger Wellinger, der im Vorjahr WM-Silber auf der Normalschanze gewann. Auf den Anlagen, die nur Weiten um die 100 Meter ermöglichen, wird im Weltcup praktisch nie gesprungen.

Nach einem hervorragenden Probesprung ließ Wellinger in der Vorausscheidung zum Wettbewerb das polnische Duo Kamil Stoch und Dawid Kubacki hinter sich. Die Polen und die Norweger werden am Samstag wohl die härtesten Rivalen für Wellinger, Freitag und Co. sein, wenn es um die Medaillen geht. „Ich habe immer gehofft, mehr als eine Option zu haben“, sagte Schuster. Er gehe mit einem „angenehmen Gefühl“ in die Wettkämpfe im Alpensia Park, sagte der Österreicher. Stephan Leyhe war als fünfter Mann in der internen Ausscheidung knapp hinter dem Oberstdorfer Geiger zurückgeblieben, der in der Quali aber ebenfalls eine mehr als ansprechende Leistung zeigte.

Publikums-Liebling Noriaki Kasai (Japan) hatte zum Auftakt seiner achten Winterspiele mit der Spitze des Klassements nichts zu tun. 98 Meter reichten für den 45-Jährigen am Ende zu Platz 20. Der in seine siebten Spiele startende finnische Veteran Janne Ahonen wurde mit einem Sprung auf 89 Meter in der Qualifikation 37.  dpa

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