Sonderschichten für die Wochen der Entscheidung

von Redaktion

Coman opfert seinen freien Tag, Thiago bereitet sich auf die Rückkehr vor: Beim FC Bayern bringt sich die Prominenz in Position

München – Ein freier Dienstag ist eigentlich nicht zu verachten. Für den FC Bayern beginnen nun ja bald wieder die Wochen, in deren Mitte ein Pflichtspiel ansteht, schon in ein paar Tagen kommt Besiktas Istanbul. Spätestens ab Anfang April, wenn in Champions League und DFB-Pokal die entscheidenden Runden anstehen, werden freie Tage kostbar sein. Dennoch gab es gestern Profis, die auf eine Auszeit gerne verzichteten. Neben Torwart Christian Früchtl und Außenstürmer Kingsley Coman absolvierte auch Thiago eine Einheit.

Bei Coman ist das Engagement durchaus als Signal an die Vorgesetzten zu verstehen. Der Franzose, der in den ersten zwei Jahren in München nicht immer an seine Grenzen ging, strotzt mittlerweile vor Einsatzfreude. Er hat diese Saison schon exzellente Spiele bestritten und besonders unter Jupp Heynckes große Fortschritte gemacht, doch zur Stammkraft macht ihn das noch nicht. Er teilt sich den Platz auf dem linken Flügel mit Franck Ribery, der zwar in die Jahre gekommen ist, aber bei den Bayern nun mal Legendenstatus besitzt. In vier der fünf Rückrundenpartien wurde Coman lediglich eingewechselt, den Vorzug erhielt Ribery. Am Samstag gegen Schalke zeigte der Senior eine frappierend blasse Vorstellung mit etlichen Ballverlusten. Nennenswerte Impulse für die Offensive gingen von ihm keine aus.

Während sich Coman in einem ganz konkreten Konkurrenzkampf befindet, wappnet Thiago sich in diesen Tagen, bevor das Programm intensiv wird, überhaupt erst mal für den Einstieg. Fast drei Monate sind vergangen seit dem Champions League-Spiel beim RSC Anderlecht, als ein Muskelbündel im Oberschenkel riss. Abgesehen von der folgenden Partie (1:2 in Mönchengladbach) blieben die Bayern seitdem immer siegreich, und im Überangebot an Qualität im Mittelfeld wurde das Fehlen des fragilen Spaniers gar nicht so sehr bemerkt. Doch erst die kommenden Monate entscheiden darüber, wie sehr der Rekordmeister mit der Saison am Ende zufrieden sein kann.

Einer wie Thiago, der Strippenzieher mit dem scharfen Blick für den freien Raum, könnte dann durchaus den Unterschied machen. „Er kann ein ganz wichtiges Element in unserem Spiel sein“, weiß Jupp Heynckes. Der Trainer lässt sich normalerweise viel Zeit damit, verletzte Profis wieder zu integrieren, und steigert die Einsatzzeiten sehr behutsam. Bei Thiago wählt er einen anderen Weg. Schon letzte Woche kündigte Heynckes an, ihn am Samstag beim VfL Wolfsburg in die Startelf zu berufen. Sein Kalkül: Merkt er, dass die Kräfte des Spielers schwinden, kann er exakter reagieren und ihn auswechseln. Bis Thiago dauerhaft wieder von Anfang an mitwirken kann, ist es dagegen noch ein längerer Weg. Gegen Besiktas werden andere im Mittelfeld erste Wahl sein. Die können dafür vielleicht in Wolfsburg frei nehmen.  mb

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