Danke, Olympiaorganisatoren, dass ihr das mir wichtige Eishockeyspiel Deutschland – Schweiz heute für (deutsche Zeit) Mittag angesetzt habt. Und nicht wieder für 4.10 Uhr (wie Finnland und Norwegen). Es gibt also keinen Grund, nachts fernzusehen.
Wobei: Es ginge insofern, als ich garantiert nicht verschlafen würde. Denn ich habe den verlässlichsten Wecker, den es gibt: Katzen. Zwei. Sie sind ein bisschen nachtaktiv. Die große (Britisch Kurzhaar, sechs Jahre) weist die kleine (Bengal, knappe zwei Jahre) gegen 2.30 Uhr und 4.30 Uhr an: Weck die Alten, ich habe Hunger. Die kleine Katze ist fürs Grobe zuständig, ihre Krallen an einer menschlichen Fußsohle (meiner) haben Überzeugungskraft. Man steht auf. Dann könnte man auch Olympia schauen.
Die Katzen sind dem Fernsehprogramm in diesen Tagen zugetan. Die Bengalin wirkt richtig inspiriert. Sie fliegt wie eine Slopestylerin durch die Wohnung, den Fernsehsessel nutzt sie als Schanze, die Wollmütze von Frau K. muss als Snowboard herhalten; das Parkett im Flur hat gute Gleiteigenschaften.
Ein Cross-Rennen zwischen beiden Katzen bricht aus, wenn ich in der Küche eine Packung mit Futter aufreiße. Auf der Strecke Wohnzimmer – Napf wird um jeden Zentimeter gekämpft.
Die Britisch-Kurzhaar-Katze würde man vom Typ her sonst eher in den traditionellen Wintersportarten verorten. Man könnte sie sich in einem Viererbob vorstellen, an dritter Stelle, wo man nicht viel tun muss.
Interessens-Schnittmenge der Katzen ist Eiskunstlauf. Von der Savchenko-Massot-Kür waren sie so beseelt, dass sie die folgenden 24 Stunden kein einziges Mal stritten.
Es kommt noch die Tanzkür und der Frauen-Wettbewerb im Eiskunstlaufen. Gehe ich außer Haus, lege ich den Katzen die Fernbedienung hin. Sie wissen, wie man einschaltet. Günter Klein