Pyeongchang – Dürfen die russischen Sportler bei der Abschlussfeier der Winterspiele am Sonntag hinter ihrer Fahne einziehen? Mit dieser Frage wird sich das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Samstagnachmittag befassen. Wann das mächtige Gremium anschließend seine Entscheidung bekannt geben und ob die russische Delegation im Zuge der Verhandlungen angehört wird, ließ IOC-Sprecher Mark Adams gestern offen.
Grundlage für die Beratungen der Exekutive sind die Erkenntnisse, die eine dreiköpfige Bewertungskommission während der Spiele zusammenträgt. „Diese Gruppe wird das Exekutivkomitee am Samstagnachmittag informieren“, sagte Adams.
Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Frage, ob die „Olympischen Athleten aus Russland“ (OAR) die Verhaltensregeln einhalten, die ihnen das IOC auferlegt hat. Die Russen treten als Folge des Manipulationsskandals der Spiele von Sotschi 2014 in Südkorea ohne Hymne, Fahne und die übliche nationale Sportkleidung an.
Nicht wenige hatten vermutet, dass IOC-Chef Thomas Bach Russland zur Schlussfeier ganz gerne wieder in die Arme schließen würde. Eine wichtige Voraussetzung dafür sollen die Russen laut AFP mit einer, vom IOC eingeforderten, Strafzahlung in Höhe von 15 Millionen Dollar (umgerechnet 12,14 Millionen Euro) erfüllt haben.
Doch ein Doping-Fall wird zum großen Hindernis werden. Am Dienstag hatte die OAR-Delegation bekannt gegeben, dass auch die B-Probe des russischen Curlers Alexander Kruschelnizki positiv auf das verbotene Mittel Meldonium ausgefallen sei. Der Bronzegewinner im Mixed-Wettbewerb wird heute vom Sportgerichtshof CAS angehört. dpa/sid