Schneiderheinze: Gemischte Gefühle bei Jamankas Sieg

von Redaktion

München – Die Freude war groß, auch beim kleinen, von Anja Schneiderheinze organisierten Public Viewing. Aber trotzdem hat die Olympiasiegerin von 2006, bei den letzten Winterspielen in Sotschi Zehnte im Zweier-Bob, sich gestern zum ersten Mal seit ihrem Rücktritt vor zwei Jahren die Frage gestellt: „Was wäre, wenn . . . ?“ Wenn die 39-Jährige ihre Karriere nicht beendet, sondern weitergemacht hätte. Und in Pyeongchang in dem Bob hätte starten dürfen, in dem Mariama Jamanka zum Olympia-Sieg gerast ist.

„Diese Olympia-Zeit hat mich bewegt“, sagt die dreimalige Weltmeisterin und gibt auch zu: „Ich ärgere mich schon, wenn ich sehe, wie schnell die deutschen Schlitten sind.“ Nicht weil sie Jamanka den Sieg nicht gönnte, im Gegenteil: „Es ist der Wahnsinn, wie schnell die deutschen Pilotinnen zur Weltspitze aufgeschlossen haben.“ Sondern weil die junge Mutter vor allem mit ihrem Sport aufgehört hat, „weil das Material nicht passte“. In Sotschi war Schneiderheinze eine der drei Pilotinnen, die hinterher fuhren und lange kritisiert wurden. Heute sind die Bobs, die damals schneller waren als ihre, weit hinter Jamanka und auch der Viertplatzierten Stephanie Schneider.

Schneider war in Sotschi Schneiderheinzes Anschieberin, in Pyeongchang wurde sie nun von Annika Drazek in die Spur gebracht, mit der Schneiderheinze 2016 Weltmeisterin geworden war. Ein explosives Duo, das für die Zukunft des deutschen Damen-Lagers steht. Geht es nach Schneiderheinze, sollte Drazek (die gestern verletzt startete) im kommenden Olympiazyklus aber an die Lenkseile wechseln. „Ich habe einiges für sie aufgehoben“, sagt sie. Und prophezeit: „Wenn Mariama es in vier Jahren zur Olympiasiegerin geschafft hat, schafft Anni das auch.“ hanna raif

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