Von Pyeongchang nach Oberaudorf

von Redaktion

An dieser Stelle: Respekt den Eurosportlern! Sie sind die Schwerarbeiter Olympias. Denn sie haben immer Schicht. Tag für Tag. Heute ist bereits der 14.

Für ARD und ZDF gilt das nicht. Die Öffentlich-Rechtlichen wechseln sich ab. Jeden zweiten Tag also kann Katrin Müller-Hohenstein vom Zweiten ihren Winterspiele-Moderationspullover auslüften oder Bernd Schmelzer, Alpin-Mann vom Ersten, seine Stimmbänder (angeschlagen seit den Hundertstel-Dramen im Super-G der Frauen) in heißer Milch mit Honig baden.

Eurosport indes ist immer dran. Bei Sigi Heinrich haben wir sogar den Eindruck gewonnen, dass er vor Biathlon-Begeisterung die Wiederholungen der Rennen noch einmal frisch einspricht. Gernot Bauer, der „Head of Sports“ von Eurosport, der auch noch die Fußball-Übertragungen (Freitags- und Montagsspiel!) managen muss, hat vermutlich Anfang Februar zum letzten Mal geschlafen. Wir möchten uns auch verbeugen vor Marco Schreyl und Julia Kleine, die jeden Abend zur Show „zwanzig18“ im Münchner Studio antreten müssen – in dieser Frequenz hat nicht mal Johannes B. Kerner in seiner Glanzzeit die Sachen wegmoderiert. Es kostet ja schon Kraft, den manchmal kruden Mix von „zwanzig18“, wo auf das Eisschnellauf-Fachgespräch mit Anni Friesinger die unerwartete Vorstellung der neuen Platte von Howard Carpendale folgt, von der ersten bis zur letzten Minute anzuschauen – und das über zwei Wochen lang.

Und sensationell: Birgit Nössing, die die Zuschauer vom späten Abend bis in den Morgen begleitet – ohne dass ihr Lächeln an Strahlkraft verlöre. Wir bewundern auch, dass ihr Kleiderschrank immer noch einen Etui-Rock in ungetragener Farbe hergibt.

Dass vor allem die Eurosport-Mitarbeiter massiv eingespannt sind, verfolgen wir auch mit heimlicher Zufriedenheit. Denn wir treffen einige von ihnen am kommenden Mittwochabend: Da ist am Hocheck in Oberaudorf (Bastian-Schweinsteiger-Kindheitsort) unter Flutlicht die Münchner Journalisten-Meisterschaft im Abfahrtslauf (oder offiziell: „Super-G mit Gleitanteilen“). Wir rechnen aus: Wenn die Reporter und Kommentatoren, die derzeit noch an Schanzen, Loipen, Pisten in Südkorea stehen, am Montag oder Dienstag zurückkehren, müssen sie am Mittwoch noch einen sauberen Jetlag haben. Wird sich so eine Chance auftun gegen Guido Heuber, ehemals Mitglied der Freestyle-Nationalmannschaft und, da auch ausgebildeter Sommelier, Riesenslalom-Weltmeister der Gastronomen? Gegen den nicht alternden Gerhard Leinauer, derzeit Eishockey-Experte? Vielleicht wird unser Rückstand mal im einstelligen Sekundenbereich bleiben.

Star der Journalisten-Skifahrer und Dauersieger bei unserer „Nacht der Geschwindigkeit“ ist Tobias Barnerssoi vom BR, Olympia-Skikommentator der ARD. Früherer Weltcup-Stockerlfahrer, unschlagbar für unsereins. Unsere einzige Chance für Mittwoch besteht wohl darin, dass sein Rückflug aus Korea erst am Donnerstag ist. Günter Klein

Artikel 1 von 11