Russlands WM-Chef: „Alles wird bereit sein“

von Redaktion

Löw schenkt sich FIFA-Workshop in Sotschi

Sotschi – Der WeltmeisterCoach fehlt zum Bedauern der russischen Gastgeber. Joachim Löw hat seinen Assistenten Thomas Schneider nach Sotschi entsandt, wo die 32 WM-Teilnehmer mehr als 100 Tage vor dem Anpfiff bei einem Workshop versammelt sind. Nach der erfolgreichen Generalprobe beim Confed Cup 2017 glaubt Russland-Kenner Löw, 58, eh zu wissen, was ihn und seine Spieler im Sommer erwartet. „Deutschland wird gejagt werden wie nie“, sagte er bei seinem Ausblick auf 2018.

Russlands Organisationschef eröffnete das Seminar mit einem Versprechen an die Teilnehmer. „Alles wird bereit sein“, sagte Alexej Sorokin im Kongresszentrum nahe des WM-Stadions. Die mehr als 250 Delegierten werden an zwei Tagen über die organisatorischen und sportlichen Turnierabläufe informiert. Sie können in den Pausen aber auch mal den Blick auf die zauberhafte Kulisse der schneebedeckten Berge der Olympischen Winterspiele von 2014 schweifen lassen.

Zu den großen Themen gerade für die Trainer gehört auch der Videobeweis, der höchstwahrscheinlich erstmals bei einer WM zum Einsatz kommen wird. Die Entscheidung darüber steht unmittelbar bevor. FIFA-Präsident Gianni Infantino ist ein großer Befürworter des Video-Assistenten, der schon beim Confed Cup 2017 erprobt wurde.

Löws Absenz ist keine Ausnahme. Die Trainer fast aller großen Nationen lassen sich vertreten. Neben Europameister Fernando Santos aus Portugal ist natürlich Russlands Auswahlcoach Stanislaw Tschertschessow vor Ort.

Der Workshop ist keine Schaubühne mehr, wenngleich sich die Gastgeber weltmeisterlichen Glanz durch Löw schon gewünscht hätten. „Für Russland bietet sich hier eine weitere Gelegenheit zu zeigen, wie hart wir für dieses Turnier gearbeitet haben“, sagte Tschertschessow, 54, der von 1993 bis 1995 auch mal für Dynamo Dresden zwischen den Pfosten gestanden war. Für Russlands Präsident Wladimir Putin ist die WM in seinem Riesenreich ein Prestigeprojekt. Viele Milliarden Rubel kostet das Spektakel.

Als WM-Veteran (schon drei Teilnahmen) weiß Löw in etwa, was ihn im Sommer erwartet. Zumal er die Gegebenheiten in Russland beim Confed Cup 2017 hautnah testen und erleben konnte. Der Urlaubsort Sotschi am Schwarzen Meer war sogar eine Option als WM-Quartier. Am Ende wählte der DFB dann doch Watutinki nahe der Hauptstadt Moskau. „Wir haben doch auch unsere Vernunft eingeschaltet“, begründete Löw das Votum für Moskau, wo die DFB-Auswahl neben dem Auftaktspiel gegen Mexiko auch das Halbfinale und das Finale bestreiten könnte. klaus bergmann

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