TSV 1860

Ungünstige Umstände

von Redaktion

Sportchef Gorenzel: Team zu jung, Druck zu negativ

München – Es war sein erstes Spiel als Sportchef der Löwen – und zumindest für eines war der verschenkte Sieg in Nürnberg (2:2 nach 2:0-Führung) gut: Die Partie hat Günther Gorenzel gezeigt, was dem Tabellenführer noch fehlt zu einem echten Spitzenteam der Regionalliga Bayern. „Man hat gesehen, dass wir in manchen Situation abgebrühter reagieren müssen“, sagte er gestern und verwies auf die „mentale Drucksituation“.

Zweitligakulisse im Nürnberger Bundesliga-Stadion, permanentes Aufstiegsgerede im Umfeld, der „heiße Atem“ (Karl-Heinz Rummenigge) der kleinen Bayern im Nacken – all das scheint das Nervenkostüm des jungen Teams zu belasten. Aber, sagt Gorenzel: „Das wird die Mannschaft lernen. Das ist ein Entwicklungsprozess. “

Obwohl der Österreicher schon zum dritten Mal ein Amt bei 1860 bekleidet, spürt auch er die Wucht der öffentlichen Kritik. „Mir wird das alles zu negativ dargestellt“, moserte er: „Wir haben gegen den Zweiten gespielt, gegen die technisch und spielerisch beste Mannschaft der Liga. Klar sollte man ein Spiel, in dem man 2:0 führt, über die Runden bringen.“ Aber: „Ich habe den Eindruck, wir hätten drei Spiele verloren.“

Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass sich die Löwen mal wieder medial abschotten und nur noch dosiert kommunizieren wollen. Gorenzels Begründung für die neuerliche Presse-Diät: „Es soll der ganze negative Druck ferngehalten werden.“ Der nämlich sei wenig hilfreich – „für keine Mannschaft der Welt“. uli kellner

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