DFB-Präsident Reinhard Grindel hat erneut scharfe Kritik am Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bremen zu den Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen geäußert. „Öffentliche Sicherheit darf nicht zum Konsumgut werden“, schrieb der 56-Jährige in einem ausführlichen Gastbeitrag für die FAZ: „Die Parole ,wer Geld hat, der zahlt‘ ist vielleicht populär. Aber die Richterbank ist kein Stammtisch.“ Dass Urteil werfe „viele Fragen auf, die von den Bremer Richtern nicht oder unzureichend beantwortet werden“, so Grindel weiter. Zudem werde durch die Begründung des OLG, dass der wirtschaftliche Nutzen der Fußballspiele zur Kostenpflicht bei den Vereinen führe, die „Gewährung von Sicherheit durch den Staat“ kommerzialisiert: „Sicherheit und Ordnung sind ein öffentliches Gut, deren Gewährung nicht vom Guthaben der Bürger abhängen darf.“ Grindel verwies darauf, dass die Vereine selbst keinerlei Interesse an Ausschreitungen in und um die Fußballstadien hätten und mit vielen Maßnahmen wie etwa den zahlreichen Fanprojekten Gewaltprävention betrieben. „Manche Gewalttäter werden von den Vereinen mit solchen Angeboten aber nicht erreicht“, meinte Grindel: „Der Fußball dient ihnen als Mittel zum eigentlichen Zweck, Gewalt auszuleben.“