Malcom mittendrin

von Redaktion

Brasilianer von Girondins Bordeaux soll Interesse der Bayern geweckt haben – es steht eine Rekordablöse von rund 60 Millionen im Raum

München – Wenn man im Sommer mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wurde und knapp ein halbes Jahr später mit dem FC Bayern – ja, dann hat man wahrscheinlich einiges richtig gemacht. Beim Brasilianer Malcom lässt sich das sogar recht gut beziffern: Acht Tore und sieben Vorlagen sind dem 21-Jährigen in der laufenden Saison der französischen Ligue 1 gelungen. Aktuell kann man sich in Bordeaux über diese Quote freuen, spätestens im Sommer aber dürfte sie dem Klub zum Verhängnis werden. Denn Malcom – gebunden bis 2021 – sagt: „Ich werde mir das Team aussuchen, und Bordeaux wird mir die Freigabe erteilen.“

Im modernen Fußball sind Sätze wie diese leider keine Scherze mehr, sondern Realität. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich Topklubs des Kontinents Hoffnungen auf eine Verpflichtung des wohl größten Talents der französischen Liga machen. Unter ihnen sollen Manchester United, der FC Arsenal und Tottenham Hotspur sein, aber auch der FC Bayern. Schon vor Weihnachten wurde ein Scout des Rekordmeisters auf der Tribüne der Partie von Girondins in Dijon gesichtet, Gespräche über einen möglichen Transfer haben nun angeblich in den vergangenen Wochen stattgefunden. Der Kontakt zum Klub wurde noch nicht aufgenommen, mit dem Berater aber wohl über einen Fünfjahresvertrag bis 2023 gesprochen. Malcom scheint Interesse an dem Wechsel an die Isar zu haben, obwohl er seinen Vertrag erst im Herbst verlängert hat.

„Allez Bordeaux“ steht unter dem Bild auf Instagram, das ihn bei der Unterschrift zeigt. „Mia san Mia“ dürfte dann womöglich der nächste Arbeitstitel sein. Wobei der Transfer für beide Seiten Risiko bergen würde. Mindestens 50 Millionen Euro plus Bonuszahlungen sind aufgerufen, um die Verantwortlichen von Bordeaux an den Verhandlungstisch zu kriegen. Eine Ablöse von insgesamt 60 Millionen Euro würde den Hoffnungsträger der brasilianischen Nationalmannschaft zum teuersten Transfer der Bundesliga-Geschichte machen. Und das, obwohl er seine Leistungen bisher in keiner großen Liga außer der französischen gezeigt hat.

Allein die Gerüchte beweisen, in welchem Dilemma die Bayern sich auf diesem irrsinnigen Transfermarkt befinden. Gestandene Stars sind kaum zu haben, Wundertüten vollkommen überteuert. Ob man Malcom wirklich holen wird, dürfte daher auch mit der weiteren Entwicklung bei Franck Ribery und Arjen Robben zusammenhängen, die um einen Vertrag kämpfen. Er ist ein wendiger, schneller Offensivspieler, ähnlich wie Ribery in seinen Hochzeiten. Auch die blitzartigen Dribblings erinnern an Bayerns Altmeister, clever im Kopf, präzise in der Durchführung.

Neben dem Platz steht Malcom auf Tattoos, Extravaganz und einen auffälligen Kleidungsstil. Zusammengefasst: Er ist einer, der verstanden hat, wie dieses Business funktioniert. Malcom mittendrin statt nur dabei.  hlr

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