Zürich – Die letzte Hoffnung der Videobeweis-Gegner verzieht sich gerade. Das eisige Wetter-Hoch Hartmut ließ das International Football Association Board zuletzt ein wenig zittern, ob es die vier britischen IFAB-Mitglieder pünktlich von der Insel zur entscheidenden Abstimmung morgen nach Zürich schaffen – mit den steigenden Temperaturen zum Wochenende scheint der Revolution der Fußballregeln aber nichts mehr im Wege zu stehen.
„Die bisherigen Ergebnisse stimmen uns positiv“, sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud: „Diese obliegt aber allein der Generalversammlung. Es wird keine politische Entscheidung geben, sondern ausschließlich eine, die auf Fakten und Statistiken beruht.“ Sachliche Argumente gegen den „VAR“gibt es aber kaum noch.
„Wir waren in der Lage, in dieser Saison 75 klare Fehlentscheidungen zu korrigieren“, sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL, der britischen „Times“: „Wenn wir in der Lage sind, 75 klare Fehlentscheidungen zu vermeiden, die vielleicht den Unterschied machen im Abstiegskampf, in Spielen um die Champions League oder bei Trainerentlassungen, dann sollten wir den Videobeweis benutzen.“
Nötig für die Verankerung in den Spielregeln ist am Samstag eine Dreiviertelmehrheit (sechs der acht IFAB-Stimmen). Vier gehören den britischen Verbänden (England, Schottland, Wales, Nordirland), vier dem Weltverband FIFA, der den Videobeweis schon bei der WM in Russland einsetzen will.
Das FIFA-Council tagt am 15./16. März in Kolumbiens Hauptstadt Bogota, um den WM-Einsatz abzusegnen. Seifert bestätigte: „Wenn das IFAB den Videobeweis erlaubt, werden wir ihn in der kommenden Saison in der Bundesliga und vielleicht auch in der 2. Bundesliga einsetzen.“ sid