TSV 1860

Zweite Mannschaft vor dem Aus

von Redaktion

Gorenzel bestätigt Gedankenspiele, das Bayernligateam abzumelden

München – Nürnberg, Rom, Buchbach. Zwischen zwei Regionalligaspielen hat eine Löwen-Delegation an einer Papstaudienz teilgenommen, angeführt von der Fanbeauftragten Jutta Schnell. Ex-Boss Anthony Power war ebenfalls dabei – und Allesfahrer Hell, der von einem unvergesslichen Erlebnis berichtet: „Ich bin jetzt nicht sehr gläubig, eher skeptisch, aber dieser Mann hat eine unglaublich positive Ausstrahlung, der man sich schwer entziehen kann. Beeindruckend.“

Ein Draht nach oben kann ja nicht schaden. Schließlich stehen beim TSV 1860 wegweisende Monate an. Erst geht’s um die Lizenz, die wie jedes Jahr ein Drahtseilakt ist. Im Mai geht’s (womöglich) um den Aufstieg. Und Geld, von Franziskus als „Feind der Harmonie“ gegeißelt, haben die Löwen auch nie genug.

Der weißblaue Sparkurs führt zu rigiden Personalentscheidungen. Erst musste Personalchefin Lina Abuamer weichen, gefolgt von Hasan Ismaiks Dolmetscher Mutaz Sabbagh. Zuletzt wurde auch der seit Sommer auftragslose Ex-Teammanager Bernhard Winkler verabschiedet. Und bald folgt womöglich eine komplette Mannschaft.

Günther Gorenzel bestätigte Gedankenspiele, das vereinseigene U 21-Team aus der Bayernliga abzumelden. „Wir wägen derzeit sportliche und wirtschaftliche Argumente ab“, so der Sportchef. Konsens sei aber, dass ein Modell wie bisher wenig zielführend ist: „Wir haben weder einen eigenständigen Kader noch einen festen Trainer für die Bayernliga – das kann keine Lösung für die Zukunft sein.“

Seit dieser Saison fristet die zweite 1860-Mannschaft ein stiefmütterliches Dasein, wird bestückt mit U 19-Talenten und überzähligen Spielern der „Ersten“. Skeptiker sehen in einer möglichen Abschaffung den nächsten Schritt zu einem Amateurverein TSV Giesing. Aus dem e.V. ist zu hören, dass es die wirklichen Talente auch ohne zweite Mannschaft ganz nach oben schaffen würden.   ulk, lk

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