Gold-Laura als Ehrenbürgerin

von Redaktion

Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier wird in Garmisch-Partenkirchen ein großer Empfang beschert

VON ARMIN GIBIS UnD ANDREAS MAYR

Garmisch-Partenkirchen – Kurz vor dem großen Moment hat sich Laura Dahlmeier vorsichtshalber noch fachkundigen Art geholt – und sich mit Pfarrer Franz Sand getroffen. Denn der Geistliche war bis dahin der einzige lebende Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen. Und da die hochdekorierte Biathletin am Freitag von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer ebenfalls das Ehrenbürgerrecht verliehen bekam, als insgesamt 38. Person in der Geschichte der Marktgemeinde, wollte sie sich doch – wie man das von ihr als Sportlerin gewohnt ist – perfekt vorbereiten.

Es war jedenfalls ein großer, bewegender Tag für die Doppel-Olympiasiegerin, als sie von ihrem Heimatort mit viel Begeisterung und Aufwand empfangen wurde. Auf einer Kutsche ging’s zum Kirchplatz, wo das Fernsehen, nach Polizeiangaben 1000 Fans (sah aber nach mehr aus) und eine Party auf die Skijägerin warteten.

Schon tagsüber war die 24-Jährige, die bei den Winterspielen drei Medaillen errang, im Ort unterwegs gewesen, um Besorgungen zu machen. Doch auf Schritt und Tritt ist ihr da sozusagen ihre in Südkorea noch um einiges gesteigerte Berühmtheit begegnet. Ständig wurde die heimgekehrte Olympionikin um Selfies und Autogramme gebeten. Die freien Tage nach Olympia hat sie dennoch genossen. Sie sah ihre Freunde und Familie wieder. „Es war unheimlich schön anzukommen.“ Den Briefkasten hat sie allerdings nicht geöffnet: „Ich habe mich nicht getraut. Der ist übergequollen.

Zuletzt waren aber nicht nur Dahlmeiers Erfolge ein großes Thema gewesen, sondern auch ihr möglicher Rücktritt. Sie selbst wollte sich da am Freitag nicht groß auf Diskussionen einlassen. „Ich bin noch mitten in der Saison und möchte nicht spekulieren“, betonte sie. Außerdem mache ihr der Biathlonsport nach wie vor Spaß. „Und wenn es Spaß macht, warum sollte ich dann nicht noch zwei, drei Jahre weitermachen?“ Allerdings merkte die Werdenfelserin auch an: „Zu 100 Prozent ausschließen kann ich es nicht.“ Sie meinte damit ein eventuell schon baldiges Karriereende.

In den letzten Tage hatte Laura Dahlmeier doch etwas Mühe gehabt, nach den strapaziösen Olympia-Wochen wieder in Schwung zu kommen. „Ich habe gemerkt, dass die Luft raus war“, gestand sie. Die große Frage lautete: „Wie motiviere ich mich wieder?“ Doch schließlich habe sich bei ihr die Einsicht durchgesetzt, dass sie ja das ganze Jahr über hart arbeite, um fit für die gesamte Saison zu sein. Neue Energie tankte Dahlmeier auch bei zwei Bergtouren in der näheren Umgebung. „Das ist mir so abgegangen, ich habe es brutal genossen.“

Noch drei Weltcup-Stationen in Finnland, Norwegen und Russland stehen bis zum 25. März auf dem Programm. Laura Dahlmeier wird da auf die Zähne beißen. Ihre Ziele für den Rest der Biathlon-Saison: „Spaß haben, gute Leistung liefern und gesund bleiben.“ Große Hoffnungen auf den Gesamtweltcup macht sich die Oberbayerin allerdings nicht mehr: „Das ist unrealistisch. Da müssten schon die Drei vor mir schwer patzen.“

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