Schönen Gruß an Lewandowski

von Redaktion

Heynckes empfiehlt: „Er wäre gut beraten, sich auf den FC Bayern zu konzentrieren“ – Ribery fehlt in Freiburg

von marc beyer

München – Auf den Bildern, die diese Woche beim Training des FC Bayern entstanden, trägt Franck Ribery eine kurze Hose. Die strenge Kälte scheint ihn nicht gestört zu haben, und Vorwürfe sind auch nicht angebracht. Ribery wird den Bayern zwar am Sonntag beim SC Freiburg fehlen, aber nicht, weil er sich erkältet hätte. Ihn plagt ein Magen-Darm-Infekt.

Vor zehn Tagen schien Jupp Heynckes noch die ganz große Auswahl zu haben, mittlerweile sind die Optionen schon beschränkter. Zumindest in der Offensive, wo James (Muskelverhärtung) erst am Montag ins Mannschaftstraining einsteigt und Kingsley Coman (Syndesmosebandriss) sogar das Saisonende droht. Die Frage, wer in Freiburg den linken Flügel besetzt, musste Heynckes am Freitag offen lassen. Ein Kandidat sei Thiago: „In Barcelona hat er das schon gespielt.“

Improvisationstalent ist bei einem Trainer niemals verkehrt, aber ernsthaft in Nöten steckt der Trainer durch die Verschärfung der Personalmisere natürlich nicht. Bald wird sich die Lage wieder beruhigt haben, und das März-Programm ist nicht allzu anspruchsvoll. Das hat zur Folge, dass Heynckes sich in diesen Tagen wieder mal zu seinem zweitliebsten Thema äußern muss (gleich nach der Frage, ob er über den Sommer hinaus Trainer bleibt): Wie können die Bayern die Spannung halten?

Am Freitag berichtete er also von einem „überragenden Training“ und grundsätzlich hoher Intensität, hätte aber auch darauf verweisen können, dass es sowieso nie langweilig wird. Diese Woche etwa gerieten Mats Hummels und Robert Lewandowski aneinander. Vordergründig ging es darum, dass sich der Pole mitten im Trainingsspiel den Schnürsenkel band, doch dahinter verbirgt sich zumindest in der öffentlichen Debatte ein ganz anderes Problem.

Lewandowskis Entscheidung, den Berater zu wechseln, obwohl sein Vertrag bei den Bayern noch bis 2021 läuft, hat die Gerüchte befeuert, er strebe einen Transfer an. Selbst Heynckes, dessen Geduld und Gleichmut vorbildlich sind, kann bei diesem Thema eine gewisse Irritation nicht verbergen. Er wisse nicht, „ob das Spekulationen sind oder Träume“, doch Lewandowski sei „gut beraten, sich auf den FC Bayern zu konzentrieren“, empfiehlt er. Mit dem Wechsel an die Säbener Straße habe er schon „den Gipfel erklommen“.

Um einen Spieler Heynckes müssten sich die Bosse wohl keine Sorgen machen. Bei Lewandowski könnte der Fall anders liegen. Dass er sich Real Madrid in seinem Lebenslauf gut vorstellen kann, daraus haben der Spieler und vor allem seine Berater in der Vergangenheit kein Hehl gemacht. Vor diesem Hintergrund bekommt auch der Disput mit Hummels, dem die Einstellung des Kollegen nicht passte, eine andere Bedeutung. Diese Szene allerdings sieht Heynckes undramatisch: „Reibung erzeugt Leistung.“ Und natürlich Wärme, nicht nur in strengen Wintern.

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