Was will, wer Pferdesport schätzt, im Leben mal gesehen haben? Das sind die Empfehlungen von Heinrich Lemer:
Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, treffen sich die besten Galopper Deutschlands zu Meetings in Baden-Baden. Eigentlich befindet sich der Rennplatz in Iffezheim, einem Dorf am Rhein, nahe der Grenze zu Frankreich. Vom Ambiente her die schönste Rennbahn hierzulande, von der Stimmung sowieso. Der Traum eines jeden Besitzers, Trainers, Jockeys ist es, in Baden-Baden zu gewinnen. Und auch der Wetter findet dort sein Eldorado: Am Nachmittag am Totalisator erfolgreich sein und am Abend hinüber ins Elsass, um die hervorragende Küche zu genießen – so dürfte der Traumtag eines eingefleischten deutschen Galopprennsportfans aussehen.
Wer in Oberbayern zuhause ist, für den ist Riem, im Osten von München gelegen, ein Muss. Schnell zu erreichen, und wegen seiner grünen, parkmäßigen, familienfreundlichen Anlage immer noch eine Empfehlung wert. Auch wenn der Niedergang unverkennbar ist: Von früher mehr als 30 Renntagen im Jahr sind sieben übrig geblieben. Auf der Trainingsanlage tummelten sich mal 350 Vollblüter, heute sind es weit weniger als die Hälfte. Die Rettung der Bahn ist vermutlich nur über einen anvisierten großen Gründstückverkauf möglich. Zum Großen Dallmayr Preis, dem Höhepunkt der Saison, kommen schon mal 15 000 Besucher, viele sicher auch nur wegen des kostenlosen Kaffee-Ausschanks.
Daglfing, die Bahn im Münchner Osten, war mal das deutsche Traber-Mekka. Heute vegetiert die Anlage vor sich hin. Zukunftsaussichten: Null, im Jahr 2022 muss der Trabrennverein das schon vor Jahren an einen Unternehmer verkaufte Gelände räumen. Die beschauliche Bahn in Pfaffenhofen, die Hopfenmeile, ist schon seit vielen Jahren geschlossen. Wer also wenigstens erstklassigen Trabrennsport sehen will, der muss zur Derbywoche nach Berlin, viel besser aber noch nach Paris, wo im Januar in Vincennes das Rennen der Rennen stattfindet, der Prix d’Amerique. Die Bahn ist voll, die Wettkassen klingeln. In Frankreich funktioniert der Pferderennsport immer noch prächtig.
Wenn Reiter in Verzück-
ung geraten, dann beim Begriff CHIO. Das Weltfest des Pferdesports in Aachen vereinigt die Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren jedes Jahr im Juli unter einem Dach. Aachen bietet erstklassigen Sport und ist das wärmende Lagerfeuer. Am Ende des Festes gibt es auch noch was fürs Herz: Besucher verabschieden die Reiter, indem sie mit weißen Taschentüchern winken.