Wenger: Es wird immer enger

von Redaktion

FC Arsenal nach Ligapokal-Finalpleite erneut von Manchester City gedemütigt

Von Hendrik Buchheister

London – Arsene Wenger war zerknirscht. „Es gibt keinen Grund zur Euphorie nach Sonntag und nach heute“, sagte der Teammanager des FC Arsenal, nachdem sein Team zum zweiten Mal binnen einer Woche klar gegen Manchester City verloren hatte.

Zweimal gab es ein 0:3, erst im Ligapokal-Finale im Wembley-Stadion, dann im Nachholspiel in der Liga vor trister Kulisse. Schnee und Eis in England dürften ein Teil der Erklärung dafür sein, dass Arsenals Stadion halb leer war. Doch der aktuelle Zustand von Wengers Mannschaft trug vermutlich auch zum Zuschauerschwund bei.

Arsenal hat in der Liga längst den Anschluss an die Spitze verloren. Das Team droht zum zweiten Mal nacheinander die Champions League zu verpassen, hat als Tabellensechster schon acht Punkte Rückstand auf den Fünften Chelsea und liegt 30 Zähler hinter Spitzenreiter City. Im FA-Cup ist Arsenal als amtierender Titelträger früh gescheitert. Nach der Niederlage im Finale des Ligapokals bleibt die Europa League in dieser Saison die einzige Chance auf einen Titel. Doch der Weg dahin ist noch lang. Im Achtelfinale wartet der AC Mailand.

Wenger versuchte, die erneute Demütigung durch Manchester City auf mangelndes Selbstvertrauen und die Qualität des Gegners zu schieben. „Wir haben gegen die im Moment beste Mannschaft des Landes verloren. Sie haben sehr viel Selbstvertrauen, wir nicht. Das hat eine große Rolle gespielt“, meinte der Trainer.

Doch das reicht nicht als Erklärung dafür, dass Arsenal von City schon wieder auseinander genommen wurde. Wengers Team leistete sich erschütternde Fehler. Schon zur Pause war das Spiel entschieden – auch dank des überragenden deutschen Nationalspielers Leroy Sane, der an allen drei Treffern beteiligt war. Das 1:0 durch Bernardo Silva (15.) bereitete er mit einem berauschenden Dribbling vor. Auch vor dem 2:0 durch David Silva (28.) setzte er sich gegen mehrere Gegenspieler durch. Das 3:0 (33.) schoss er selbst.

Die beiden Pleiten gegen die aktuelle Übermannschaft des englischen Fußballs verschärfen die Diskussion um Wenger. Es wird immer wahrscheinlicher, dass er am Ende der Saison abdanken muss, nach fast 22 Jahren im Amt. „Das war die bittere und kalte Nacht, in der der Vorhang für Arsene Wengers Herrschaft bei Arsenal fiel. Das Ende einer Legende“, schrieb der Daily Mirror. Die BBC meinte: „Es wird ein trauriger Tag, wenn Wenger Arsenal verlässt. Aber er lässt sich nicht viel länger aufschieben.“

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