Warum Hockeyspieler als Feierbiester gelten

von Redaktion

Ein Hockey-Klischee lautet: Es ist ein elitärer Sport „für Leute, die ihre Poloshirts mit hochgestelltem Kragen tragen – wofür sie sogar Haarspray benutzen, damit der Stehkragen selbst im Bett noch aufrecht stand“, wie Moritz Fürste witzelt. Das andere Klischee: Hockeyspieler sind die Feierbiester des deutschen Sports. Dass es Vorfälle gab, die diese Meinung unterfüttern, ist nicht zu leugnen.

London 2012. Die Hockey-Männer wurden Olympiasieger, zur Feier lud der Verband aufs Kreuzfahrtschiff MS Deutschland. Ein Ort, über den Moritz Fürste sagt: „Für eine Party von jungen Menschen zwischen 20 und 40 einfach unglücklich gewählt.“ Normale Zielgruppe: die Generation 65plus. Fürste: „Die Party war eigentlich eine ganz normale Feier. Dass dabei ein paar Gläser zu Bruch gehen und nicht alle Zigaretten ausgedrückt werden, ist nichts Außergewöhnliches. Das Problem begann, als der Kapitän um 4.30 Uhr die Party auflöste und dabei aus Versehen das ganze Schiff räumen ließ.“ Am nächsten Tag habe der Kapitän bei einer Krisensitzung versichert, die entstandenen Schäden seien „Kleinkram“ gewesen. Das Olympia-Team fuhr auf der MS Deutschland heim nach Hamburg („Zwei weitere Partynächte“), dass Wochen später von der Reederei ein Schaden in Höhe von einer halben Million Euro angegeben wurde, konnte sich die Hockey-Mannschaft nicht erklären.

2016 noch einmal Skandalpotenzial. Bronze-Feier im Deutschen Haus. Fürste: „Erst gegen Mitternacht stießen wir zu der Party, die schon um kurz mnach 3 Uhr morgens mit der offiziellen Erklärung beendet wurde, dass einige Wassersportler versucht hätten, aus dem ersten Stock in den Swimmingpool zu springen.“ Fürste bündelte seinen Ärger über den Abbruch in einem Tweet – und wurde zur Krisensitzung bei DOSB-Präsident Alfons Hörmann einbestellt.

Die Hockeyspieler organisierten dann noch eine eigene Feier im Olympischen Dorf. Teilnehmer: 200 Athleten aus 40 Nationen. Fürste: „Am nächsten Morgen sprach das ganze Dorf von der Party. Bessere Werbung konnten wir nicht machen.“  gük

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