Garmisch-Partenkirchen – Richie Mueller, Topstürmer des SC Riessersee und gleichzeitig Topscorer der gesamten DEL2, hat sich in der vergangenen Woche noch einmal den Bart gestutzt, nun ist erst mal Ruhe – denn heute beginnt für die Werdenfelser die fünfte Eishockeyjahreszeit. „Klar ist es schön, wenn du als erster in die Playoff gehst, aber wir wissen genau, dass es jetzt richtig losgeht. Wir haben genug erfahrene Leute, um den Gegner nicht zu unterschätzen“, sagt der Mann, der im vergangenen Frühjahr noch Meister mit den Löwen Frankfurt wurde.
Einer dieser erfahrenen Leute ist auch Andreas Driendl, der zum besten Spieler der Liga gewählt wurde. „Es ist für mich eine große und besondere Ehre. Die Auszeichnung hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, da die Trainer und Mannschaftskapitäne mitgewählt haben“, sagt der 32-Jährige.
Nun im Viertelfinale ist die Topreihe der Werdenfelser aber gesprengt. Lubor Dibelka hat sich im drittletzten Spiel der Hauptrunde verletzt und wird in den maximal sieben Spielen gegen die Eispiraten Crimmitschau sicher ausfallen. Mathias Beck soll mit Mueller und Driendl auflaufen. Gut, dass Joel Johansson und Louke Oakley die zuletzt angeschlagen waren, ihre Blessuren ausgeheilt haben, sodass der SCR mit vier Ausländern starten kann.
Für die beiden Überraschungsteams dieser Saison geht heute eine lange Durststrecke zu Ende. Der SCR spielt das erste Viertelfinale seit vier Jahren, bei den Westsachsen war dies zuletzt 2008 der Fall. Damals spielte Florian Vollmer noch beim ETC. Inzwischen ist er der Kapitän der Werdenfelser und sagt: „Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen, aber wir wollen noch mehr.“ Für ihn ist der jetzige Erfolg, der größte in seiner Karriere.
Das gleiche gilt für Toni Söderholm als Trainer. „Im Sommer haben wir über Rang eins überhaupt nicht nachgedacht“, sagt der Mann, der erst vor einem knappen Jahr seinen ersten Posten als Cheftrainer übernahm. Und nun gleich zum besten Trainer der DEL2 gewählt wurde. Titus Fischer