Reiter nimmt Abschied, Hönig wackelt

von Redaktion

Im deutschen Frauen-Biathlon dreht sich das Trainerkarussell – Pichler bleibt jedoch in Schweden

vON VOLKER GUNDRUM

Kontiolahti – Im Trainer-Team der deutschen Biathletinnen um Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier wird es Veränderungen geben. Tobias Reiter, der Assistent von Damen-Bundestrainer Gerald Hönig, verabschiedet sich nach Angaben des Deutschen Skiverbandes (DSV) auf eigenen Wunsch nach dem Olympia-Winter aus dem Weltcup-Team. Der 32-Jährige werde dem deutschen Biathlon aber erhalten bleiben. Vor allem die reiseintensive Weltcup-Betreuung mache Reiter zu schaffen, hieß es.

Kritik an Hönig wegen verpatzter Olympia-Staffel

Doch das wird womöglich nicht die einzige Umbesetzung sein. Bei der nach der Saison anstehenden üblichen Trainerklausur des Skiverbandes wird wohl auch über die Zukunft von Damen-Bundestrainer Hönig diskutiert werden. Der 59-Jährige war nach der überraschenden Olympia-Pleite der als Topfavorit gehandelten Damen-Staffel in Pyeongchang auch mannschaftsintern in die Kritik geraten. Sie hatte nur Platz acht belegt. „Die Trainerdiskussion, die Betreuerdiskussion führt erfahrungsgemäß der Deutsche Skiverband in einer sehr seriösen Art nach der Saison“, sagte Hönig. Da würden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt.

Planmäßig läuft Hönigs Vertrag genau wie der seines unumstrittenen Männer-Kollegen Mark Kirchner mit dem Olympia-Zyklus aus. Nach Olympia sei erfahrungsgemäß immer „ein wenig ein Wechsel da – in der Mannschaft, was Betreuer betrifft und so weiter“, hatte Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier bereits in Pyeongchang gemutmaßt. „Da sind wir einfach mal gespannt, was passieren wird.“

Möglich, dass Dahlmeier in der nächsten Saison auf einen neuen Chef hören muss. Vom Tisch scheint, dass die siebenmalige Weltmeisterin ihre Karriere beenden wird. Möglich ist, dass der Skiverband bei der Nachfolgersuche ins Ausland blickt und ein Auge auf einen deutschen Trainer wirft, der in der Fremde erfolgreich ist.

In Frage käme Wolfgang Pichler (63), der in diesem Winter sensationell schwedische Olympiasieger geformt hat. Der Ruhpoldinger erklärte aber gestern: „Ich habe noch einen Vertrag in Schweden. Ein Wechsel kommt für mich nicht in Frage.“ Als möglicher Kandidat gilt Matthias Ahrens (56), der mit dem kanadischen Team WM-Medaillen errang. Aufgrund seiner fleißigen und fachkundigen Arbeit dürfte auch der für die Schweiz arbeitende Jörn Wollschläger (40) interessant sein. Nicht zu vergessen der verdienstvolle Bernhard Kröll (41), der als Heimtrainer Laura Dahlmeier und zuvor Magdalena Neuner zu Biathlon-Stars formte.

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