Hamburg – Vereins-Ikone Uwe Seeler hat nach dem abermaligen Trainerwechsel bei seinem Hamburger SV die seit einer halben Ewigkeit sieglosen HSV-Profis in die Pflicht genommen. „Eigentlich ist es doch egal, wer auf der Bank sitzt. Die Mannschaft muss aus den Socken kommen“, sagte der 81 Jahre alte Ehrenspielführer der DFB-Auswahl. Angesichts des beachtlichen Sieben-Punkte-Rückstands auf den Relegationsplatz habe er „natürlich große Sorgen“ um den HSV, doch weiterhin Hoffnung auf die erneute Rettung. „Ich kann ja nichts machen, als ganz fest die Daumen zu drücken. Das werde ich tun und dabei aufpassen, dass sie nicht platt werden“, meinte Seeler. Er werde „natürlich“ wieder im Volksparkstadion sein. Dort gelang der letzte HSV-Sieg am 26. November.
Als letzter Trainer-Hoffnungsträger bemühte sich Titz gestern, die Vergangenheit abzuhaken und rief einen Neustart aus. „Was war, interessiert mich nicht. Es zählt nur noch das Hier und Jetzt. Der volle Fokus liegt auf dem Heimspiel gegen Hertha BSC“, sagte der 46-Jährige. Trotz der überaus prekären sportlichen Lage sieht er eine „echte Chance“, den kriselnden HSV doch noch in der Liga zu halten. „Die Spieler haben zuletzt ordentlich einstecken müssen. Heute haben sie aber gesehen, dass hier noch eine Aufbruchstimmung möglich ist“, sagte er. „Wir haben gegen Hertha die Chance, die Situation positiv zu beeinflussen.“
Zuvor hatte der bisherige U-21-Erfolgscoach die auf Abstiegsplatz 17 stehenden Profis 110 Minuten über den Platz gescheucht, Spielformen trainiert, unterbrochen und immer wieder Offensivaktionen üben lassen. dpa