Trondheim – Als „König“ Kamil Stoch seine Herrschaft über die Skisprung-Welt erneut untermauert hatte, verneigte sich auch Richard Freitag ehrfürchtig. „Was der Kamil da fabriziert, ist unglaublich“, sagte der Sachse, der mit seinem fünften Rang beim Weltcup in Trondheim mehr als zufrieden sein durfte. Doch gegen Olympiasieger Stoch war wieder einmal kein Kraut gewachsen.
Der Pole feierte auf der Granasen-Schanze vor Doppel-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und dem Norweger Robert Johansson seinen siebten Saisonsieg und baute seine klare Führung in der Gesamtwertung der „Raw-Air“-Serie aus. Im ersten Durchgang verbesserte der 30-Jährige den Schanzenrekord um drei Meter auf sensationelle 146,0 m. „Kamil springt den anderen derzeit sehr weit weg“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.
Das galt auch für Freitag, dem umgerechnet sieben Meter zum Podest fehlten. Dennoch war der 26-Jährige zufrieden. „Es geht wieder aufwärts, das stimmt mich positiv. Kamil ist derzeit eine Klasse für sich“, sagte Freitag. In der Tat: Stoch hat in diesem Winter schon die Vierschanzentournee sowie Olympia-Gold gewonnen, auch im Gesamtweltcup führt er klar.
Andreas Wellinger (Ruhpolding), ebenfalls Olympiasieger, blieb als 22. derweil weit hinter den Erwartungen zurück, für den 22-Jährigen war es das mit Abstand schlechteste Ergebnis der Saison. „Der Wettkampf war irgendwie nix“, sagte Wellinger. Karl Geiger dagegen überraschte mit dem siebten Platz. „Der Tag hat mir richtig gut getan“, sagte der Oberstdorfer.
Einen turbulenten Tag erlebte Markus Eisenbichler. Der WM-Dritte verbesserte sich im zweiten Durchgang noch vom 19. auf den zehnten Rang, hatte sein Highlight aber schon vor dem Wettkampf erlebt. In der Probe flog er aus der untersten Luke auf 148,5 m, was jedoch nicht als Rekord gewertet wird. „Den Sprung werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen, davon hatte ich vielleicht zwei oder drei in meinem Leben“, sagte Eisenbichler.
In der Gesamtwertung der zehntägigen „Raw-Air-„Serie liegt Stoch vor der letzten Station in Vikersund mit 1582,3 Punkten klar vor den Norwegern Johansson (1494,7) und Andreas Stjernen (1470,2), der gestern Vierter wurde. Die Siegprämie in Höhe von 60 000 Euro dürfte Stoch kaum noch zu nehmen sein. Freitag (1422,5), Wellinger (1365,3) und Geiger (1353,89 belegen die Ränge sieben, neun und zehn. sid