München – Eigentlich hätte der TSV 1860 gestern gerne seinen Vorsprung in der Regionalliga ausgebaut. Weil das Spitzenspiel in Ingolstadt aber ausgefallen ist, rückten in Giesing andere Themen in den Vordergrund. Etwa die wichtige Mitgliederversammlung, die nun einen offiziellen Termin hat.
Präsident Robert Reisinger bestätigte, dass sie am 22. Juli im Zenith abgehalten wird. Offiziell werde Mitte April in der Vereinszeitung eingeladen. Der wichtigste Punkt der Versammlung: die Wahl des Verwaltungsrates, die bereits jetzt für Zündstoff sorgt. Am vergangenen Freitag wurde deutlich, dass die Fanklub-Vereinigung ARGE mit dem Kurs im Verein nicht zufrieden ist. Nach der Versammlung in Olching, bei der neben rund 100 Fans auch Aufsichtsrat Peter Cassalette, Werner Lorant und Bernhard Winkler zugegen waren, wurde ein Papier veröffentlicht. Man sei „weder mit dem Kurs der ‚schwäbischen Hausfrau’ noch mit der ‚Politik der Nadelstiche’ gegen Hasan Ismaik einverstanden“, heißt es darin.
Auch Karsten Wettberg besuchte die Veranstaltung. „Ich werde aber keine Funktion übernehmen“, sagte er und fügte lachend an: „Dann würde meine Ehefrau endgültig Konsequenzen ziehen.“
Der 76-Jährige fordert: „Beide Seiten haben Fehler in der Vergangenheit gemacht. Jetzt müssen alle zusammenarbeiten. Ich will nicht wie Wacker München in der Kreisliga enden!“ Ähnlich klingt das im ARGE-Papier: „Gefordert ist nun ein klares Konzept, um 60 wieder zurück in den Profifußball zu bringen.“ Von Wahlkampf will ARGE-Vorstandsmitglied Franz Hell nichts wissen: „Es ging darum, die Stimmungslage der Regionsbeauftragten der ARGE-Fanklubs zu eruieren.“ Und die fiel eindeutig gegen den aktuellen Kurs aus. florian fussek