Chicago – Chicago Fire fristet in der US-Meisterschaft Major League Soccer ein tristes Dasein am Ende der Eastern Conference. Man ist schlecht gestartet, sehr schlecht sogar: Zwei Spiele, null Punkte. Nur weil Toronto ein noch lausigeres Torverhältnis hat, grüßt man nicht als Letzter, sondern als Vorletzter. Am Wochenende setzte es ein 1:2 in Minnesota, was aber Chicagos prominentesten Kicker nicht anzulasten war. Bastian Schweinsteiger war zuhause an den Ufern des Lake Michigan geblieben, für ihn rückten Tabellenstände und Tore ins Abseits. Statt nach Minnesota ging es für ihn in den Kreißsaal, er begleitete seine hochschwangere Frau Ana Ivanovic. In der Nacht auf Montag publizierte das Paar dann, dass sie erstmals Eltern wurden. Sohn wie Mutter erfreuen sich bester Gesundheit.
Das Foto, das Schweinsteiger in den sozialen Medien präsentierte, zeigte neben den sorgfältig manikürten Fingern seiner Braut sowie den Ringen der Eheleute zwei kleine Füßchen, die so süß wie verschrumpelt unter einer Decke hervorlugten und sich irgendwann wohl einer großen Frage stellen müssen: Welchem Ball werden sie einst nachjagen: Dem Fußball wie beim Herr Papa? Oder der kleineren Filzkugel beim Tennis, die jahrelang das Leben der Mama bestimmt hatte? Bis zu einer Antwort wird es dauern.
Die drängendere Frage war gestern die nach dem Namen des Filius. Das Paar übte sich in Geheimhaltung, doch die kroatische Zeitung „Blic“ will erfahren haben, dass sich die Eltern für Luka entschieden haben. In den nächsten Wochen sollen sie, so das Blatt, von den Eltern der früheren Nummer 1 der Tennis-Welt unterstützt werden. Sie reisten extra aus Serbien an. Die 30-Jährige hat ihre Karriere Ende 2016 beendet, Schweinsteiger (33) lässt seine Laufbahn nach 17 Jahren beim FC Bayern und einem Intermezzo bei Manchester United in den Staaten ausklingen. Seit 2014 sind die beiden ein Paar, im Sommer 2016 gaben sie sich in Venedig das Ja-Wort.
„Willkommen auf der Welt, unser kleiner Junge. Worte können das Glück und die Freude nicht beschreiben, die wir in unseren Herzen spüren“, schrieb Ana Ivanovic unter das Foto mit den Kuscheltieren, die den Knirps zuhause erwarten. Die Sportwelt wird genau verfolgen, wie sich der Sohn eines Fußball-Weltmeisters und einer Tennis-Nr. 1 mal schlägt. Eine gute Freundin könnte Matilda werden, Tochter des Ski-Alpin-Stars Felix Neureuther und der früheren Biathletin Miriam Gössner. Sie ist nur fünf Monate älter, und ihre Papas sind dicke Kumpel.
Prominente Glückwünsche gab es prompt – aus beiden sportlichen Lagern: Die Weltmeisterkollegen Jerome Boateng und Lukas Podolski sowie die deutsche Tennis-Legende Boris Becker und die dänische Australian-Open-Gewinnerin Caroline Wozniacki gratulierten als Erste. Zudem ließ es sich DFB-Präsident Reinhard Grindel nicht nehmen, auch seine Glückwünsche zu übermitteln.
Dass der Tabellenstand von Chicago Fire Schweinsteiger gerade eher kalt lässt, dürfte selbst sein Klub dem frisch gebackenen Papa verzeihen.