Der Halo

von Redaktion

Das Halo-System (vom englischen Halo, auf deutsch Heiligenschein) trägt die offizielle Bezeichnung „Secondary Roll Structure“ (Sekundäre Überroll-Struktur). Der Motorsport-Weltverband FIA beschloss im Juli 2017, das System in der Formel 1 zur Saison 2018 einzuführen, als zusätzlichen Schutz für die Fahrer. Der Halo besteht aus einem Bügel aus Titan, der den Kopf des Piloten umgibt und an drei Punkten mit dem Chassis des Fahrzeugs verbunden ist; die vordere (dünne) Strebe ist unten mittig vor der Cockpitöffnung fixiert. Das Bauteil wiegt rund sieben Kilogramm. Mit dem Halo-System an Bord steigt das zulässige Gewicht der Boliden von 728 auf 733 Kilogramm. Auf der Oberseite darf das System aerodynamisch verkleidet werden. Bei ihren Tests ging die FIA von drei grundsätzlichen Unfallszenarien aus: Kollisionen zwischen zwei Autos, Kontakt eines Fahrzeugs mit der Umgebung (etwa Streckenbegrenzung) sowie Zusammenstöße von Autos und Objekten. Die Tests ergaben, dass der Halo-Bügel das Verletzungsrisiko für die Fahrer deutlich reduziert. In vielen Fällen konnte das System einen Kontakt des Helmes mit einer Barriere oder der Streckenbegrenzung verhindern. Auch konnte der Bügel laut FIA ein mit 225 km/h heranfliegendes Rad abwehren. Es wurden auch alternative Schutzsysteme erprobt. Die von Red Bull Racing entwickelte Windschutzscheibe namens „Aeroscreen“ bestand laut FIA die Belastungstest nicht, das System wurde ebenso verworfen wie die Nachfolgekonstruktion „Shield“. Hier klagten die Fahrer – wie Sebastian Vettel – bei Tests u.a. über eine verzerrte Sicht, wegen der gekrümmten Scheibe.

Letztlich entschied sich die FIA also für das Halo-System. Es darf nicht von den Teams selbst entwickelt werden, sondern muss von einem von der FIA festgelegten Hersteller produziert werden. Es gab drei Bewerber – das Rennen machte das deutsche Unternehmen CP Tech aus Büren in Nordrhein-Westfalen.

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