Unterhaching/Innsbruck – Es war eine Punktlandung. Schon bei der Vorstellung des grenzüberschreitenden Volleyball-Projekts Hypo Tirol Alpenvolleys Haching im Mai hatte dessen Manager Hannes Kronthaler als Ziel Platz fünf nach der Bundesliga-Hauptrunde ausgegeben. Nun startet die Spielgemeinschaft aus Innsbruck und Unterhaching tatsächlich von dieser Position aus in die Playoffs.
Viertelfinalgegner SWD Powervolleys Düren ist heute (19 Uhr) Gastgeber zum Auftakt der Best-of-3-Serie und hätte nach dem zweiten Spiel am Ostersonntag (18 Uhr) in Innsbrucks Olympiahalle auch in einem möglichen Entscheidungsduell am Sonntag darauf Heimrecht.
Es ist erstaunlich, wie präzise Kronthaler die eigenen Chancen schon vor zehn Monaten taxierte. Denn als der Innsbrucker von der Volleyball-Bundesliga (VBL) dank einer Wildcard für Partner TSV Unterhaching Grünes Licht für den Einstieg ins deutsche Oberhaus erhielt, hatte er gerade mal eine halbe Mannschaft.
Als Orientierung diente ihm vor allem sein Wissen um die neue sportliche Umgebung, wobei er da im Nachhinein manche Überraschung erlebte, wie er zugibt: „Als ich diese Prognose abgegeben habe, war es sogar noch leichter, Fünfter zu werden. Denn im Jahr davor war Herrsching der Maßstab hinter den ersten Vier. Da waren Bühl und Lüneburg noch nicht so stark.“
Erst im Endspurt schüttelten die Alpenvolleys die genannten drei Konkurrenten ab, am Schluss hätten sie sogar beinahe noch Düren abgefangen. Dass nur ein Zähler auf Platz vier fehlte, stört Kronthaler indes überhaupt nicht. „Sportlich ist der fünfte Platz gegenüber dem vierten nicht unbedingt ein Nachteil. Sicher, das dritte Spiel wäre in Düren. Dafür haben die Dürener vor dem ersten Spiel den Druck, unbedingt gewinnen zu müssen“, findet der 52-Jährige. „Denn sie haben gegen uns in der Hauptrunde zweimal 2:3 verloren, da haben wir schon einen psychologischen Vorteil. Und im Punktspiel haben sie bei uns in der Universitäts-Sporthalle gespielt, sie kennen die Olympiahalle also nicht.“
Für die Alpenvolleys spricht auch die aktuelle Formkurve: Sieben der letzten acht Punktspiele konnten sie für sich entscheiden. Bei einigen 3:2-Siege gegen direkte Konkurrenten sowie auswärts beim Dritten United Volleys Rhein-Main bewies die Mannschaft enormen Kampfgeist. „Die Spieler sind top in Form“, so Kronthaler. Kapitän Douglas da Silva wirkte zuletzt zwar etwas müde, wurde aber als Mittelblocker von Marek Beer laut Kronthaler „perfekt“ ersetzt. Die krankheitsbedingte Abwesenheit von Trainersohn und Außenangreifer Stefan Chrtiansky jun. steckt das Team schon seit Wochen routiniert weg.
Ganz abgesehen von den Chancen auf den Einzug ins Halbfinale, wo der bislang ungeschlagene Top-Favorit VfB Friedrichshafen warten würde, ist Kronthaler aber vor allem deshalb „mehr als zufrieden“, weil der fünfte Rang einen Europacup-Startplatz garantiert. „Das war ein wichtiges Ziel“, so der Manager mit Blick auf die Zukunft. „Wir hatten jetzt sieben Liga-Heimspiele in Innsbruck und drei in Unterhaching. Nächste Saison teilen wir sie fünf zu fünf auf. Durch den Europacup wird aber auch die Zahl der Spiele in Innsbruck nicht weniger. Und wenn wir noch besser abschneiden als diesmal, haben wir vielleicht sogar noch mehr Spiele.“ Da bereitet einer offenbar schon die nächste Punktlandung vor.