San Antonio – Seine mögliche NBA-Zukunft war Moritz Wagner im Moment der großen Enttäuschung herzlich egal. Mit gesenktem Kopf stand das Berliner Basketball-Talent nach dem verlorenen Finale um die US-Collegemeisterschaft in der Kabine – und wischte die Frage zu einem Sprung in die beste Liga der Welt beiseite. „In dieser Nacht geht es nicht um das nächste Jahr“, sagte der 20-Jährige leise, aber bestimmt.
Auch mit 16 Punkten und sieben Rebounds konnte Wagner nach einem überragenden Turnier die 62:79 (28:37)-Finalniederlage seiner Michigan Wolverines gegen Villanova Wildcats nicht verhindern. „Verlieren ist Mist – egal, ob es das erste oder das letzte Spiel des Jahres ist“, bekannte er. Dabei zeigte Wagner vor der beeindruckenden Kulisse von rund 70 000 Zuschauern im Alamodome von San Antonio erneut eine starke Leistung, nachdem er bereits am Samstag sein Team fast im Alleingang ins Finale geführt hatte.
Für Wagner, der seit drei Jahren im Team der University of Michigan spielt, war es das erste und wahrscheinlich letzte Endspiel im „Verrückten März“ („March Madness“), wie das Turnier der besten Colleges auch genannt wird. Im vergangenen Jahr hatte er sich noch gegen eine sofortige Zukunft in der NBA entschieden, nun werden ihm gute Chancen in der Talenteziehung Draft zugeschrieben.
Im Endspiel waren Wagner und Michigan am Ende jedoch chancenlos. Dies lag vor allem an Villanovas Donte DiVincenzo. Der 21-Jährige verwandelte zehn seiner 15 Wurfversuche, inklusive fünf von sieben Dreiern, und wurde mit 31 Punkten zum besten Spieler des Finales gekürt.
Für Villanova war es der zweite Titelgewinn innerhalb der vergangenen drei Jahre und der dritte in der Schulgeschichte. dpa