Garmisch-Partenkirchen – Es läuft Spiel drei in der engen Playoff-Serie zwischen dem SC Riessersee und dem ESV Kaufbeuren. Die Gäste führen in diesem Halbfinalspiel mit 1:0. Im letzten Drittel fliegt der Puck auf die Spielerbank des SC Riessersee. SCR-Coach Toni Söderholm schnappt sich die Scheibe und schenkt sie einem Kind, das hinter der Trainerbank sitzt, als Andenken an diese Begegnung.
Dem SC Riesserse selbst bleibt dieses Spiel nicht in guter Erinnerung. Denn erst zum dritten Mal in den bisherigen 62 Spielen der Saison blieben die Werdenfelser ohne Torerfolg. Sie verlieren mit 0:1 und liegen in der Serie nach 1:0-Vorsprung nun mit 1:2 hinten. „Wir müssen besser in der offensiven Zone spielen. Wenn du kein Tor schießt, dann musst du mehr Druck zum Tor machen“, bemängelt Söderholm.
Der ESV Kaufbeuren steht klasse in der Defensive und hat im Tor mit Stefan Vajs den besten Goalie der Liga. „Aber es sind auch alle Jungs bereit, die Arbeit nach hinten zu machen. Das gehört dazu, das macht eine starke Mannschaft aus“, betont der Trainer der Allgäuer, Andreas Brockmann, der in der Vergangenheit auch schon beim SCR spielte und ihn trainierte. Chancen hatten die Riesserseer genug, doch sowohl in Spiel zwei (2:5 in Kaufbeuren) als auch in Spiel drei gelang den Garmisch-Partenkirchnern kein einziger Treffer bei Fünf gegen Fünf. So kamen die Kaufbeurer, die Spiel eins beim SCR mit 2:4 verloren hatten, zu ihren ersten Halbfinal-Siegen überhaupt in der DEL2. Im Gegensatz zum SCR haben die Allgäuer vier Reihen zur Verfügung.
Dass nun der Heimvorteil erstmal passé ist, dazu sagt Söderholm: „In der ersten Runde gegen Crimmitschau habe ich auch gedacht, dass wir auswärts ein Spiel gewinnen müssen. Nun benötigen wir auch einen Auswärtssieg in dieser Serie. Wir müssen auswärts liefern und einen Sieg holen.“ Heute schon – ab 19.30 Uhr in Kaufbeuren – hofft Söderholm, dass seine Mannschaft nicht dem Gegner ein Geschenk macht, sondern dass er am Ende der Begegnung einen Sieg in den Händen hält. „Wir müssen jetzt alles noch ein bisschen besser machen.“ Titus Fischer