Endlich im exklusiven Klub

von Redaktion

Spätestens ab 2019 dürfen die Bayern-Basketballer in der Euroleague starten – vorerst für zwei Jahre

von christopher Meltzer

München – Vor knapp drei Monaten hat Jordi Bertomeu ein Eurocup-Spiel des FC Bayern besucht. Der Spanier führt die Geschäfte der privaten Euroleague Basketball S.L., die die zwei bedeutendsten europäischen Klubwettbewerbe organisiert: die Euroleague als Premiumprodukt und den Eurocup als Unterbau. Natürlich war Bertomeu damals nicht nur angereist, um aus der ersten Reihe zu sehen, wie sich die Bayern im Eurocup anstellen, er hatte sich auch zu einem Treffen verabredet, mit Marko Pesic und Uli Hoeneß.

Die Details dieser Unterhaltung sind nicht an die Öffentlichkeit gedrungen, warum sich der Euroleague-Chef aber mit dem Basketball-Geschäftsführer und dem Präsidenten des Vereins zusammengesetzt hat, war leicht zu erraten. Die Gewissheit folgte nun am Donnerstagabend. Euroleague Basketball teilte mit, dass die Euroleague, die Königsklasse des europäischen Basketballs, ab der Saison 2019/2020 zwei zusätzliche Startplätze anbieten wird. Die beiden Neueinsteiger, die zunächst für zwei Jahre eine Wildcard erhalten, stehen – auch wenn die Euroleague-Gesellschafter die Entscheidung noch formal bestätigen müssen – schon fest: Der französische Klub ASVEL Villeurbanne – und eben der FC Bayern.

Es war die gegenseitige Faszination, die die Euroleague und den FC Bayern nun zusammengeführt hat. Die Eliteliga wollte sich gerne mit der Marke des berühmten Klubs schmücken. Im November hatte Bertomeu gegenüber dem Fachmagazin „BIG“ betont, dass es in München einen „sehr großen und starken Markt gibt“. Und auch die Bayern drängten in den exklusiven Kreis des europäischen Basketballs. Ihr Selbstverständnis sieht es vor, sich mit Real Madrid und dem FC Barcelona zu messen, und nicht wie zuletzt mit Lietkabelis Panevezys und Buducnost Voli Podgorica.

Nun darf man die Einladung in die Euroleague als ersten Hinweis darauf verstehen, dass sich die Bayern dauerhaft in der Königsklasse verankern. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sie im Anschluss an die beiden Probejahre eine sogenannte „A-Lizenz“ erhalten. Diese garantiert ihren Inhabern ein Startrecht in der Euroleague – unabhängig vom Abschneiden in der nationalen Meisterschaft. Von den 16 Euroleague-Teilnehmern besitzen derzeit elf eine solche Lizenz. Unter ihnen ist kein deutscher Verein.

Im „BIG“-Interview hatte Jordi Bertomeu aber bereits erklärt, dass die Vergabe einer „A-Lizenz“ an den FC Bayern „eine Option“ sei. Eine Anfrage unserer Zeitung, ob dieses Vorhaben sich nun konkretisiert habe, ließ die Euroleague unbeantwortet.

Um sich in Europas Spitzengruppe zu etablieren, sind die Bayern auf die Euroleague angewiesen. Nur in diesem exklusiven Klub können sie sich entwickeln, ihr Etat erhöhen, die besten Spieler anlocken. Vor allem aber gibt sie ihnen Planungssicherheit – gerade mit Blick auf die neue Halle. Wenn die Bayern irgendwann dorthin umziehen, hätten sie die Gewissheit, jedes Jahr die schillerndsten Klubs Europas empfangen zu dürfen.

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