München – Der Blick auf das Tabellenbild veranlasste auch Daniel Bierofka kurz zu vorauseilender Großzügigkeit. „Wenn wir am Samstag Meister werden sollten, haben es sich die Spieler verdient, zu feiern – klar!“, sagte der 1860-Trainer nach dem 4:1 (1:1) beim FC Ingolstadt II.
Elf Punkte Vorsprung haben die Löwen nun schon angesammelt, fünf Spieltage vor Ende der Regionalliga-Saison eröffnen sich da erfreuliche Perspektiven. Theoretisch könnten die Sechziger schon mittels eines Siegs im kommenden Heimspiel gegen FC Augsburg II vorzeitig alles klar machen – vorausgesetzt der FC Bayern II geht bei Schalding-Heining leer aus. Wobei Bierofka betont, dass ihm kein sonderliches Anliegen ist, den Titelgewinn im Rekordtempo zu verwirklichen: „Ich habe immer gesagt: Wenn wir mit einem Punkt Vorsprung Meister werden, ist es auch okay.“
Zu diesbezüglicher Bescheidenheit besteht derzeit jedoch kein Grund. Allein die Ergebnisstatistik spricht für sich: Acht Spiele in Serie haben die Münchner gewonnen. „Wir spielen eine Top-Saison. Das hätten im Sommer nicht viele gedacht“, sagte Felix Weber, der mit seinem Kopfballtor zum 1:3 (75.) beim Tabellenfünften Ingolstadt für die Vorentscheidung sorgte.
Einmal mehr offenbarten sich die Münchner ihre Stärke, auch Schwächephasen und Patzer wegstecken zu können, um dann schließlich den gegnerischen Widerstand gnadenlos zu brechen. „Wir sind in der ersten Halbzeit leider nicht gut reingekommen“, bekannte Weber. Er lag mit dieser Einschätzung auf der gleichen Linie wie Bierofka: „Wir sind schlecht an die zweiten Bälle gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt und waren wesentlich besser“, befand der Coach.
Immerhin lagen die Löwen fast eine Hälfte lang mit 0:1 im Rückstand. Wozu auch Torhüter Hendrik Bonmann mit einem Fehlgriff beitrug, der zum frühen Rückstand durch Patrick Hasenhüttl (9.) führte. Doch Bierofka leistete seinem Keeper, der für den gesperrten Marco Hiller hielt, Rückendeckung: „Sie können gerne mal auf den Platz gehen. Es ist eine Holperwiese. Der Ball springt vorher nochmal auf. Ich nehme den Jungen da absolut in Schutz, das war kein Fehler.“
Ein Sonderlob gab es für Simon Seferings (22), der nach Nico Kargers Ausgleich (45.) mit dem 2:1 nachlegte (49.). „Es freut mich für Simon“, sagte Bierofka, „er hatte solch eine lange Leidenszeit und kämpfte sich immer wieder heran. Er ist ein torgefährlicher Sechser – ich bin wahnsinnig froh, dass ich solche Leute hinten dran habe.“
Den Schlusspunkt zum 4:1 (90+3) setzte der eingewechselte Nono Koussou. „Ich habe mit dem Trainer besprochen, dass ich als Joker komme – danach habe ich alles abgerufen“, sagte er. Auch Koussou dachte schon ans Augsburg-Spiel: „Es wäre eine schöne Sache, wenn wir zuhause vor unseren Fans Meister werden – aber am Ende ist es scheißegal wann.“