„Finale“ für Hackforth

von Redaktion

Pionier der internationalen Sportkommunikation setzt sich zur Ruhe

München – Ein passenderes Schlagwort hätte es für den Abschied nicht geben können. Wer 46 Jahre in und um den Sport gearbeitet hat, hat sich sein großes „Finale“ verdient. Zu jenem von Professor Josef Hackforth, einem der Pioniere der internationalen Sportkommunikation, kamen gestern rund 40 geladene Gäste aus Wissenschaft, Medien und Sponsoring der deutschen Sportbranche.

„Ich schaue zurück auf ein erfülltes berufliches Leben. Mit ein paar Tiefen, aber deutlich mehr Höhen“, sagte der 69-Jährige während seiner Rede. Ohne Manuskript, ohne Präsentation, sondern – wie in aus knapp fünf Jahrzehnten gewohnt – frei und rhetorisch beeindruckend gab Hackforth einen Abriss seiner beruflichen Vita wieder, die seine letzte Station seit 2011 als Direktor des Studiengangs „Sports Business and Communication“ an der Munich Business School (MBS) fand.

Seinen Anfang nahm alles 1972 an jenem Tag, den Hackforth als seine „Relegation“ bezeichnete. Als der gebürtige Wanne-Eikler an der Wilhelms-Universität in Münster zur studentischen Hilfskraft wurde, war sein Weg zu einem der renommiertesten Sportwissenschaftler und Medienforscher geebnet. „Gruppen- und K.o.-Phase“ fanden während Promotion und Habilitation in Münster und später an der Sporthochschule in Köln statt („kreative Zeit“), ehe er an der TU München die neu gegründete Sportwissenschaft als Dekan und Lehrstuhlinhaber leitete. Vom „Halbfinale ins Finale“ schließlich drang Hackforth an der MBS vor, die er nun verlässt.

Sein Anliegen galt stets auch der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, sein Wort war immer gefragt. Wer als „Auflagen-Millionär“ auf sein Werk blicken kann, geht stolz in den Ruhestand. Das sah man Josef Hackforth gestern an. hanna raif

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