München – Es gibt Fußballer, die den Fans noch Jahrzehnte nach dem Karriere-Ende sofort präsent sind, auf ewig untrennbar verbunden mit speziellen Erinnerungen. Typen wie der „Bomber“ Gerd Müller, das „Kopfballungeheuer“ Horst Hrubesch oder Manni „Bananenflanke“ Kaltz verdanken das ihren Fähigkeiten auf dem Feld. Thomas Strunz ist aus anderen Gründen unauslöschbar eingebrannt: Als Kicker und – wider Willen – als seine eigene Karikatur. Heute wird er 50 Jahre alt.
Am 10. März war es genau 20 Jahre her, dass Strunz sich für die Ewigkeit qualifizierte. Giovanni Trapattonis Wutrede ist Allgemeingut, und weil der damalige Bayern-Spieler zu einem der spektakulärsten Elemente wurde, muss er bis heute damit leben, dass er auf ewig der Mann mit dem langen „uuu“ im Nachnamen ist. „Was erlaube Struuuunz?“, polterte der italienische Trainer im drolligen Deutsch, neben Mario Basler und Mehmet Scholl wurde er zur berühmtesten „Flasche leer“.
Dabei hatte er auch Erfolge auf dem Platz, man darf das nicht unterschlagen, denn es waren nicht wenige. Der Defensiv-Allrounder, der zwei Mal beim FC Bayern spielte (von 1992 bis 1995 schloss er sich eine Phase lang dem VfB Stuttgart an), wurde fünf Mal Meister, holte zwei Mal den DFB-Pokal und gehörte auch zum Kader, als die Münchner 2001 die Champions League holten. Der Coup in Mailand aber hat eine Fußnote: Strunz war bereits im Winter vom damaligen Cheftrainer Ottmar Hitzfeld aussortiert worden. Weil er danach keinen Verein mehr fand, beendete er seine Karriere. Für die Nationalelf lief er 41 Mal auf und wurde 1996 auch Europameister.
Heute arbeitet er als Experte bei Sport1 und betreibt eine Berateragentur. Inwieweit er seinen Klienten die alte „Flasche-leer“-Geschichte erzählt, ist nicht überliefert. awe