Sturm übt in Dänemark für Dänemark

von Redaktion

Noch eine Testspielreise für deutsches Eishockey-Nationalteam

München – Mit dänischer Geografie hatte Marco Sturm in seinem bisherigen Eishockey-Leben, das sich zu Spielerzeiten überwiegend in Nordamerika abspielte, nichts zu tun. Erst durch seine Funktion als deutscher Bundestrainer gerät er nun in die Situation, sich mit dem Nachbarland im Norden befassen zu müssen. Am 4. Mai beginnt die WM, erstmals findet sie in Dänemark statt, die Gruppe mit Sturms Team spielt in Herning. Kurioserweise reist sie auch schon in der Woche vor dem großen Turnier schnell mal nach Dänemark: vier Tage, zwei Spiele.

„Wir trainieren in Odense“, sagt Sturm und ist sich nicht ganz sicher, wie er den Namen aussprechen soll, doch das Spiel gegen Dänemark ist woanders, eine Stunde entfernt. Den Namen hat er nun leider nicht parat. Doch wer kennt schon Vojens? Dort findet heute(19.30 Uhr) der Test gegen Dänemark statt, am Freitag (13.30 Uhr) in Odense der gegen Südkorea, den WM-Neuling. „Am Freitagabend sind wir zurück in Deutschland“, sagt Sturm. Er gibt das Wochenende über frei, am Dienstag, den 1. Mai, reist man dann erneut nach Dänemark.

Die letzte Vorbereitungsmaßnahme ist ein wenig ominös geblieben. Zu Beginn dieser Woche stand auf der Homepage des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) noch immer: „Im Rahmen der Euro Hockey Challenge 2018 finden im Zeitraum vom 24. – 29.04.2018 zwei Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in Dänemark statt.“ Das klang – weil bei diesem Wettbewerbsformat so üblich – nach einem Doppel gegen Dänemark, doch das wäre der Annäherung zu viel gewesen – denn WM-Gastgeber Dänemark wird für den olympischen Silbermedaillengewinner Deutschland der am 4. Mai der Auftaktgegner sein. Lieber spielt Sturm mal gegen die Südkoreaner. Bei Olympia konnte er auf die nur beiläufig blicken. Sie sind bei der WM in der deutschen Gruppe.

Am Wochenende zwischen den Dänemark-Trips wird Marco Sturm sich mit der Nominierung des Kaders beschäftigen – eine Aufgabe, die ihm traditionell schwer fällt. Es müssen dann noch die in den Playoffs gesund gebliebenen Spieler der DEL-Finalisten München und Berlin untergebracht werden sowie NHL-Verteidiger Korbinian Holzer, mit dem vereinbart ist, dass er direkt zur WM einsteigt. Dabei liest sich der aktuelle 25er-Kader schon ordentlich, in dem Marco Sturm wieder seine neuesten Amerika-Entdeckungen platziert hat. Im Vorjahr präsentierte er Frederic Tiffels, der in der US-College-Liga spielte, diesmal holte er neben Tiffels auch Marc Michaelis von der Minnesota State University, ein flinker Außenstürmer, gebürtig aus Mannheim. Zu seinem ersten Länderspiel kam am vergangenen Samstag (2:1 gegen Frankreich in Berlin) Markus Eisenschmid, ein Allgäuer, der in der American Hockey League spielt und auf die Entdeckung durch einen NHl-Klub wartet.

Mit Dennis Seidenberg und Leon Draisaitl

Mögliche „Future Stars“ neben den beiden Vorzeigespielern der Mannschaft: Leon Draisaitl, 22, von den Edmonton Oilers, und Dennis Seidenberg, 36, Stanley-Cup-Sieger, aktuell bei den New York Islanders.

Und bereit für etwas Neues: Eishockey in Dänemark. In Vojens. Günter Klein

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