Rom – Nach dem historischen Quali-Debakel für die WM 2018 soll nun doch der frühere Bayern-Coach Carlo Ancelotti die italienische Nationalmannschaft aus der Krise führen. Wie diverse Medien gestern übereinstimmende berichteten, sei der 58-Jährige erster Anwärter auf den Job als Nationaltrainer.
Der einstige Meistermacher in Italien, England, Frankreich und auch der Bundesliga habe Roberto Mancini auf der Liste der Kandidaten überholt, heißt es. Nach Ancelottis offensichtlichem Sinneswandel sei der Verband nah dran an seiner Verpflichtung. „Wie es scheint, fehlt nur noch eine Einigung über das Gehalt“, so die „Gazzetta dello Sport“. Als Assistent wird Weltmeister Andrea Pirlo gehandelt, der unter Ancelotti spielte und seine Karriere jüngst beendete. Schon kurz nach dem Abgang von Coach Gian Piero Ventura war Ancelotti als Wunschkandidat des Verbandes FIGC identifiziert worden. Im Dezember erteilte er dem Verband allerdings eine Absage. Damals sagte er, es mache ihn stolz, dass sein Name für den Posten gehandelt werde. Er wolle aber bei einem Klub bleiben und könne die strukturellen Probleme des italienischen Fußballs nicht lösen. Der viermalige Weltmeister wird erstmal seit 60 Jahren eine WM verpassen.
Nun habe es zwei geheime Treffen zwischen dem kommissarischen Leiter des Fußballverbands, Roberto Fabbricini, und Ancelotti gegeben. Eineinhalb Stunden sei in einem Hotel in Rom gesprochen worden, hieß es im „Corriere dello Sport“. Anwesend war demnach auch Verbands-Vize Alessandro Costacurta, einst Teamkollege von und später Spieler unter Ancelotti beim AC Mailand. Bis eine Entscheidung bekannt gegeben werde, könne es noch bis nach dem 20. Mai dauern. Doch das Ziel sei es, bereits das Freundschaftsspiel gegen Saudi-Arabien am 28. Mai mit dem neuen Trainer zu bestreiten.
In den vergangenen Tagen galt Ancelotti auch als möglicher Nachfolger von Arsène Wenger bei Arsenal. Der Routinier äußerte Interesse. Seit der Trennung vom FC Bayern Ende September ist Ancelotti ohne Verein, hat aber noch einen Vertrag mit dem deutschen Rekordmeister. In der Nationalmannschaft würde Ancelotti Luigi Di Biagio beerben, der die Auswahl derzeit interimsmäßig betreut. dpa