Spiel 7 in der Finalserie der DEL. Und das Ligabüro jubelt auf seiner Homepage: „Telekom Sport live und exklusiv dabei.“ Doch: Ist das eine gute Nachricht?
Es ist eine schlechte. Telekom Sport, um das klarzustellen, ist eine schöne Plattform, die seit zwei Jahren mit kommentierten Live-Bildern von jeder Partie die Fans des Eishockeys bedient. Und das auch bei einer akzeptablen Preisstruktur. Aber: Es ist eben ein Bezahlangebot. Und eigentlich nicht mal Pay-TV, sondern Pay-Computer, denn die wenigsten Kunden werden in der Lage sein, es über ihr Fernsehgerät zu verfolgen. Telekom läuft am Rechner. Technikaffinität hat ihre Grenzen.
Die DEL hätte den Deal angeblich nicht gemacht, wäre nicht Sport1 als Free-TV-Partner dabei, der einmal die Woche und in den Playoffs öfter eine Telekom-Produktion übernimmt. Jedoch: Seit Finalspiel fünf am Sonntag ist Sport1 draußen. Es hat die Finalpatronen, die ihm laut Vertrag zustanden, zuvor verschossen.
Bizarr: Es besteht großes, durch Olympiasilber bedingtes Interesse am deutschen Eishockey – und es wird nicht befriedigt werden können. Wie in den 90er-Jahren, als die Wahrnehmungsmisere begann: Eishockey verschwindet in einer Bezahlnische.
Im Rundfunkstaatsvertrag ist die frei em-pfangbare Übertragung eines siebten Eishockey-Finalspiels – anders als Fußball-Länderspiele, WM, EM, Olympia – nicht verankert.
Was man sich wünschen würde, wäre ein pragmatisches Zusammenspiel von Telekom und Sport1 – oder wenigstens, dass der Rechteinhaber sagt: Wir schalten dieses Spiel frei; so wurde es auch am ersten Spieltag nach Olympia gehandhabt. Es wäre Werbung in eigener Sache. Gewesen. So verpassten DEL und Telekom eine Image-Chance.